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Das Reform-Konzept für ARD und ZDF „Rundfunk-Agenda 2020“

mehr Qualität     weniger Programme     Kosten senken     Bürger-Beteiligung

mehr Objektivität     Finanzierung über Steuern     faire Rundfunk-Gehälter

Extra-Worte zum Tag

Eine Glosse zu den Rundfunk-Finanzen

Das Publikum muss entscheiden 

… so die wahren Worte des ARD-Vorsitzenden und WDR-Intendanten Tom Buhrow. Der ARD-Chef und der ZDF-Intendant Thomas Bellut wollen noch mehr Geld für den ÖRR haben. Es reicht nicht – für 19 Fernseh- und 77 Radio-Programme (plus über 100 Webchannels) und 42.000 feste und freie Mitarbeiter/innen in den 12 Sendeanstalten (plus Deutsche Welle, welche aber aus Bundessteuern finanziert wird). Es geht um die Frage, kann die Politik den Normal- und Geringverdienern einen noch höheren Rundfunkbeitrag zumuten. Dieser soll 2021 um 86 Cent von 17,50 auf 18,36 Euro im Monat erhöht werden – nach 11 Jahren.

Tom Buhrow & Co. sind sich ganz sicher: Die Gebühr muss erhöht werden – uns laufen die Kosten davon. Die Privathaushalte und Klein-Unternehmer kennen das sehr gut. Aber der öffentl.-rechtl. Rundfunk mit weit 10 Mrd. Euro Gesamteinnahmen aus Gebühren, Werbung, Zinsen, Vermietungen, Verkauf von Serien und Filmen? Wer jährlich nur aus den Gebühren rund 8 Mrd. Euro erhält, sollte der nicht damit anfangen kleinere Brötchen zu backen? Frei nach dem Motto weniger ist mehr. Statt unzähligen Programm-Angeboten aller Art, darunter teure Massen-Unterhaltung und seichte Sendungen, sollten da nicht besser weniger Sendungen mit mehr Qualität gesendet werden? Warum ist bei ARD und ZDF das Quoten-Denken mittlerweile eine olympische Disziplin geworden?
Ja, wir verschlanken uns seit vielen Jahren, so Tom Buhrow. Auch wenn die Leute es uns nicht ansehen, aber sie sollten uns glauben. Und versprochen, wir machen weitere Reformen. In den nächsten 8 Jahren werden wir pro Jahr rund 130 Mio. Euro einsparen – das ist ein gigantisches Projekt. Und wenn die Politik uns sparsamen Rechnern nicht mehr Finanzen zubilligen wird, dann wird das Publikum es sehen und hören. Dann müssen wir leider viele Programme reduzieren und Sendungen einstellen. Es wird hart. Aber ich kann auch nichts dafür das der ÖRR so teuer ist und die BBC in London nur rund 5,5 Mrd. Euro im Jahr benötigt. Und wenn Kritiker sagen, ARD und ZDF seien ein Fass ohne Boden, dann mag es auch stimmen. Aber in Deutschland ist auch die Energie die teuerste in der Welt.

Und ja, wir Intendanten und Intendantinnen sind unser Geld wert. Wenn Ministerpräsident Reiner Haseloff von Sachsen-Anhalt im Jahr nur 175.000 Euro verdient und ich, der Rheinländer Buhrow, über 400.000 Euro, dann hat es schon seine Richtigkeit. Ich leite den WDR und bin Steuermann vom ARD-Tanker. Diese Aufgaben möchte kein Politiker übernehmen. Aber, mein ZDF-Kollege Thomas Bellut verdient 369.000 Euro und MDR-Intendantin Karola Wille nur 275.000 Euro jährlich. Das sollten die Bürger/innen honorieren. Etwas geschockt war ich natürlich, als ich bei meinem Besuch in Magdeburg erfahren habe, wie gering die Einkommen der Menschen im Land sind. Danach liegt das durchschnittliche Einkommen in Sachsen-Anhalt bei 35 000 Euro pro Jahr. Darin sind aber die Spitzengehälter enthalten. Das bedeutet, das Medianeinkommen der tatsächlich normal arbeitenden Bevölkerung liegt bei nur ca. 27.000 Euro. Ich sage es aber seit Jahren, Löhne, Gehälter und Renten sind zu niedrig. Hier müssen die Tarifparteien ihre Arbeit machen, so wie wir im WDR.

Der ÖRR erfüllt für unsere Gesellschaft eine notwendige Aufgabe – er ist der Kitt der Gesellschaft. Aber die Rundfunkgebühr ist keine Demokratie-Abgabe, da hatte sich mein Fernsehdirektor Jörg Schönenborn vor Jahren leider vertan. Wir sollten wahrlich nicht erzieherisch auftreten – das gilt für alle Redakteure und Reporterinnen. Wir von ARD und ZDF sind die Arena des Dialogs – auch wenn es nur wenige Debatten-Sendungen mit dem Publikum gibt. Aber in schweren Zeiten will das Volk ja auch unterhalten werden. Und gute Unterhaltung und Sport sind nun einmal sehr teuer. Darum ist die Gebühren-Erhöhung notwendiger denn je. Das große Publikum muss uns glauben.

Massenkommunikation 2020: Junge Generation kehrt klassischen Medien den Rücken zu

Seit 1964 wird mit der „Langzeitstudie Massenkommunikation“ im Auftrag von ARD und ZDF das Medien-Nutzungsverhalten der Deutschen (und seit einigen Jahren auch der deutschsprachigen Ausländer) beobachtet. Im neuen Forschungsbericht der 12. Welle der ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie liegen die Daten für 2020 vor und dabei zeichnen sich einige Veränderungen ab. Die Nutzungszeit der Menschen mit dem Bewegtbild steigt und die Nutzung klassischer TV-Inhalte bleibt weiterhin mit großem Vorsprung dominierend. Dieses gilt aber nur bei den über 30-Jährigen. Denn in der jungen Generation der 14- bis 29-Jährigen brechen die Marktanteile der klassischen TV-Anbieter extrem ein. Im Jahr 2020 verbrachten die jungen Leute sogar erstmals mehr Zeit mit Inhalten von Streaming-Anbietern als mit jenen der klassischen TV-Anbieter wie ARD & ZDF, RTL & PRO7. Und auch dann, wenn deren Mediatheken und die Nutzung von TV-Inhalten über YouTube mit einberechnet werden.
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Die neuen alten Geldsorgen bei ARD und ZDF

ARD-HAUPTSTADTSTUDIO
© ARD-Hauptstadtstudio/Wolfgang Scholvien

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR), die Hauptverantwortlichen und deren Spitzengehälter. Kaum eine Woche vergeht, ohne das nicht in einem Medium über die Finanzen berichtet wird. Der gesamte ÖRR in Deutschland, mit insgesamt 13 Sendeanstalten (inkl. Arte – wird je zu 50 Prozent aus Deutschland und Frankreich finanziert), hat jährlich bis zu 11 Mrd. Euro zur Verfügung. Einnahmen aus Gebühren, Werbung, Zinserträgen, Vermietungen, Programmverkäufen und weiteren Betriebserlösen – sowie Steuern aus der Bundeskasse für die Deutsche Welle. Und dennoch reichen diese Milliarden nach Ansicht der Intendanten und Intendantinnen nicht aus. Zu den 8 Mrd. Euro Gebühren (Rundfunkbeiträge), sollen ab Januar 2021 noch einmal ca. 400 Mio. Euro hinzukommen. Der Beitrag soll von monatlich 17,50 auf 18,36 Euro erhöht werden. Schon 2016 haben die 16 Länderchefs den Anstalten aufgetragen, den ÖRR zu reformieren, um so auch hohe Summen einzusparen. Aber der ÖRR will in den nächsten 8 Jahren pro Jahr nur ca. 130 Mio. Euro sparen. An den (kostenträchtigen) Strukturen soll sich aber nichts ändern – hier verweigern sich die Hauptverantwortlichen und fordern wie selbstverständlich noch mehr Geld. Das erweckt den Anschein, als seien die Strukturen des ÖRR in Stein gemeißelt – sakrosankt.

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Der ÖRR „Beitragsservice“ und das Kreuz mit den Gebühren

Beitragsservice in Köln – Foto dlf.de

Das Deutschland in puncto Breitband-Digitalisierung kein (Welt-) Meister ist, ist bekannt. Nun traf es ausgerechnet den „Beitragsservice“ in Köln, der den Kontakt zu den 46 Millionen Beitragszahlern „zukunftsorientiert gestalten“ möchte. Die diesjährige Jahrespressekonferenz (PK) für die Erhebung und Verarbeitung des Rundfunkbeitrags zuständigen „Beitragsservice“ fand wegen Corona erstmals in Online-Form statt und stürzte gleich nach der Begrüßung vollends ab. Erst nach einer halben Stunde konnte die PK fortgesetzt werden. Das Team um den neuen Geschäftsführer des „Beitragsservice“, den zum 1. April vom WDR gekommenen Finanzexperten Michael Krüßel, ließ sich aber durch die Panne nicht aus der Ruhe bringen und so wurden einige Daten vorgetragen. Für Krüßel ist der „Service“ die „spannendste Gemeinschaftseinrichtung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR)“! 

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Die ARD hat Geburtstag und funkt SOS

ARD-HAUPTSTADTSTUDIO BERLIN  © ARD/Max Kohr

So hatte sich der ARD-Vorsitzende (und WDR-Intendant) Tom Buhrow den Geburtstag der ARD nun wirklich nicht vorgestellt. Erst fällt die große Feier wegen Corona aus und nun droht wohl auch noch ein großes Sparpaket, da sich bis zu drei Landtage im Herbst gegen eine Gebühren-Erhöhung aussprechen könnten. Und dann sagt ARD-Programmdirektor Volker Herres in einem Interview, wir – die ARD – haben in der Show-Unterhaltung ein Frauenproblem. Aber da ist dann auch ein Tom Buhrow ein wenig machtlos – und weglächeln kann er die Probleme schon gar nicht. Am 9. Juni 1950 haben sechs unabhängige Landesrundfunkanstalten (NWDR Hamburg/Köln, RadioBremen, HR Frankfurt, SWF Baden-Baden, SDR Stuttgart, BR München) den Verbund der ARD gegründet. Die „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands“ wurde 70 Jahre alt und Kritiker mahnen seit Jahren eine Verschlankungs- und Verjüngungskur an. Gab es zu Beginn nur einige Radio-Programme, ist die ARD mittlerweile eine der größten und teuersten Rundfunkanbieter der Welt geworden ist. Neben 77 Hörfunkprogrammen (inkl. 3 vom Deutschlandfunk), werden 11 Fernsehprogramme produziert (DAS ERSTE, 7 Dritte, tagesschau24, one, alpha) und an 5 Programmen (phoenix, 3sat, Arte, Kika, FUNK) ist die ARD beteiligt. Dazu kommt die ARD-Mediathek und rd. 100 (Musik-) Webchannel und immer mehr Onlineangebote sowie auch eine Audiothek, welche Netflix, Spotify und Co. Konkurrenz machen sollen. Die aber ihre Angebote per Abo verkaufen müssen. Zusammen mit dem ZDF (3 FS-Programme) werden rd. 42.000 feste und freie Mitarbeiter/innen beschäftigt und die Ausgaben liegen jährlich bei weit über 10 Mrd. Euro. – davon rd. 8 Mrd. Euro aus den Gebühren. Und die sollen noch erhöht werden. 

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Drei Ost-Bundesländer wollen keine Gebühren-Erhöhung

Logo ARD/ZDF

Der Bundestag will mitreden, wenn es um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags geht. Am 29. Mai hat sich eine Gruppe von 32 Unions-Abgeordneten für eine Erhöhung (darunter Kulturstaatsministerin Monika Grütters/CDU) und andere CDU und CSU Politiker dagegen ausgesprochen. Nun spricht sich die FDP-Bundestagsfraktion gegen einen höheren Rundfunkbeitrag aus. Das geht aus einem Antrag hervor, den die Fraktion nach eigenen Angaben beschlossen hat und in der nächsten Woche in den Bundestag einbringen will. Demnach soll die Bundesregierung aufgefordert werden, sich bei den Ländern dafür einzusetzen, dass die geplante Erhöhung von derzeit 17,50 Euro auf monatlich 18,36 Euro pro Haushalt ausgesetzt wird. Dies solle gelten, bis die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten geprüft wurden (dpa 9.6.2020).

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NDR-Rundfunkrat segnet Sparkurs von Intendant Knuth ab

NDR-Hochhaus Lokstedt – Foto NDR.de

Der NDR muss massiv sparen. Etwa 300 Millionen Euro sind es in den kommenden vier Jahren und damit noch einmal 60 Millionen Euro mehr als ursprünglich gedacht. Bis 2028 soll beim Aufwand für Personal um zehn Prozent gekürzt und mindestens 200 Planstellen sollen nicht mehr besetzt werden. Gleichzeitig spart der NDR am Dritten FS-Programm und streicht mehrere Sendungen, darunter das „Bücherjournal“. Auch die Redaktion „Die Box“, die für zahlreiche innovative Formate wie „Die Geschichte eines Abends“ verantwortlich war, wird aufgelöst.

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Jetzt aktiv werden! Bürger sagen Ihre Meinung!

Für das bestehende duale Rundfunksystem plädieren 74 Prozent der Bürger. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL, ist nur knapp die Hälfte der Befragten der Meinung, dass ARD und ZDF ihren Programmauftrag gut (39%) bzw. sehr gut (9%) erfüllen.

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Wenn ich im Jahr 210 Euro übrig hätte, würde ich das Geld ausgeben für… Hier können Sie Politikern und Rundfunk-Intendanten direkt mitteilen, wofür Sie ihr kostbares Geld ausgeben würden, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk über Steuern finanziert würde.

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Haben auch Sie sich schon öfters über die deutschen Radio- und Fernseh-Programme geärgert? Über die Sendungen und ihr Niveau? Über die ausgestrahlten Angebote und die fehlenden Sendungen mit neuen Ideen?

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GEZ Rundfunkbeitrag

… für Existenzgründer, Klein-Unternehmer, Geringverdiener und Familien und zahlen die Rundfunk-Gebühren für jeweils ein Jahr.

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Außenansicht des Reichstagsgebäudes am Tag der Ein- und Ausblicke im Deutschen Bundestag.
Besucher auf dem Platz der Republik.
TEA, Westansicht, Westeingang

Ordnungsnummer: 3652288
Ereignis: Tag der Ein- und Ausblicke,Liegenschaften, Architektur
Gebäude / Gebäudeteil : Reichstagsgebäude, Außenansicht
Nutzungsbedingungen: http://www.bundestag.de/bildnutz

Es werden nur einfache Nutzungsrechte eingeräumt, die ein Recht zur Weitergabe der Nutzungsrechte an Dritte ausschließen.

Der Bundestag mit aktuell 709 Abgeordneten ist zu groß und zu teuer – eine Reduzierung auf 450 Mitglieder ist völlig ausreichend …

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Andrea Nahles – Sieg oder Niederlage

SPD-Partei- u. Fraktions-Vors. Nahles (Foto ARD.de)

Die SPD war eine große und stolze Volks-Partei mit Bundeswahl-Werten von über 40 Prozent. Aber diese goldenen bzw. roten Wahlzeiten sind für immer vorbei. Seit einigen Jahren rast der SPD-Zug ungebremst eine Steilküste hinunter, obwohl die Lokführer bzw. Partei-Chefs ständig ausgewechselt wurden. Deren Namen kennen Journalisten und Bürger bis zum Überdruss. Und das Ende der stolzen Partei ist mittlerweile ein Drama im sozialdemokratischem Genossen-Theater. Zur besten Sende- und Schreiblaune der Medienwelt läuft das große Finale: Das Ende ist Nahles – Kollaps der SPD ?!

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Politiker brauchen den oldenburgischen Mut

Wie ein gordischer Knoten zerschlagen werden kann

Es gibt Situationen, da gibt es weder ein vor noch ein zurück. Dann handelt es sich in der Regel um ein kompliziertes und komplexes Themengeflecht von großer Tragweite. Politiker treten mit vielen (schönen) Worten in der Öffentlichkeit auf und organisieren unzählige Diskussionsrunden hinter verschlossenen Türen. Und während Politiker (und auch Experten) sich die Köpfe heißreden, haben die Bürger längst gemerkt, dass der „Karren“ festgefahren ist und die gewählten Volksvertreter keine Lösung anbieten können. Auf die Idee, auch mal den ausgelatschten Trampelpfad zu verlassen, um so den gordischen Knoten zu zerschlagen, kommen sie nur selten oder nie.

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Aufgeblähter Bundestag in Zukunft mit 830 Abgeordneten ?

Besucher beim Hinaufgehen zur Aussichtsplattform der Kuppel über die spiralförmige Rampe. Links der verspiegelte Rüssel und ein Teil des Sonnensegels.

Wahlrechts-Debatte: Vertrauliche Runde mit Bundestagspräsident Schäuble muss „Quadratur des Kreises“ lösen

Die dramatischen Bewegungen bei den Wahlergebnissen der letzten Zeit wirken sich auch auf die Wahlrechts-Debatte aus. Verluste für die (Volks-) Parteien CDU, CSU und SPD und starke Gewinne für die Grünen und die AfD, werden die Anzahl der Überhang- und Ausgleichsmandate bei den nächsten Bundeswahlen erheblich anschwellen lassen.
Als sich der Bundestag vor einem Jahr konstituierte, war er mit 709 Abgeordnete (MdB`s) der größte aller Zeiten – mit 111 Mandaten über der gesetzlichen Mindestgröße von 598. Die Wahlrechtsreform von 2012 hat es möglich gemacht. Es wurde beschlossen, Überhänge durch zusätzliche Mandat auszugleichen, sodass der Parteienproproz, welcher sich aus den Zweitstimmen ergibt, sich auch in der Sitzverteilung widerspiegeln muss. Zu Beginn der neuen Legislaturperiode hat sich eine kleine Gruppe aus sieben Abgeordneten aller Bundestagsparteien unter dem Vorsitz von Wolfgang Schäuble konstituiert. Die Runde tagt vertraulich und soll Pläne erarbeiten, wonach die Bundestagsgröße nicht noch weiter ausufert und einigermaßen berechenbar bliebt. Es ist wie die „Quadratur des Kreises“, so Schäuble.

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Krawalle in Chemnitz: Was ist bloß los im Osten?

Liegt die Verantwortung für die Ausschreitungen in Chemnitz „nur“ bei einigen gewaltbereiten Rechtsradikalen? Inwiefern ist es (auch) das Ergebnis von 40 Jahren DDR? Dazu ein Gastkommentar von Rüdiger Jope, gebürtiger Sachse und Chefredakteur des Männermagazins MOVO.
Die Bilder aus Chemnitz sorgten bei mir für einen Flashback. Rückblende: In der sächsischen Kleinstadt, in der ich bis vor einigen Jahren als Pastor tätig war, gab es 2010 das Ansinnen, einen offenen Jugendstrafvollzug einzurichten. Gebäude waren vorhanden, erste Gespräche mit der Stadt liefen. Dann griff die Presse das Thema auf. Am nächsten Morgen entdeckte ich bei meinem Bäcker neben Brötchen und BILD-Zeitung Unterschriftslisten. Die „Wutbürgerwelle“ rollte. Es brodelte im Ort.

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100 Tage SPD-Vorsitzende Andrea Nahles – Praxisschock auf Bayern-Tour

Droht ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition ?  

Gewählt mit nur 66,4% an die Parteispitze, droht Nahles und der SPD bei der Bayernwahl am 14.10.2018 mit 13% ein Desaster. In Fürth (bei Nürnberg) holte die Partei über 50% und Oberbürgermeister Jung wurde mit stolzen 73% gewählt. Nahles: „Wie habt ihr das geschafft?“ Überschaubarkeit, soziale Kontrolle, keine Anonymität, „außerdem schafft der Mindestlohn sozialen Frieden“, so Jung. Doch OB Jung hat noch andere Botschaften: Aus Bulgarien und Rumänien kämen Familien, teils Roma, mit acht, neun Kindern, „das sind oft Analphabeten, und sie verursachen Riesenärger“. Mit Jobscheinanmeldungen erhielten sie Zugriff auf Sozialleistungen. Das hiesige Kindergeld lockt kräftig an. „Wir müssen eine gemeinsame Linie abstimmen“, sagt Nahles, „etwas machen, was funktioniert.“ Ein Kraftakt, denn die Sache mit dem Kindergeld ist ein Beispiel für den Widerspruch in Nahles’ Partei: SPD-Kommunalpolitiker wollen praxisnahe Lösungen für den Alltag.

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Merkel, Erbfolgerin des deutschen Widerstands

Sommer-Pressekonferenz von A. Merkel am 20.7.18

„Die Frage, wie wir in Europa vorgehen, ob wir das einseitig machen, ob wir das unabgestimmt machen, ob wir das zu Lasten Dritter machen, ja oder nein, ist für mich eine zentrale Frage meiner Politik“, sagte Merkel. „Diese Pressekonferenz findet am 20. Juli statt. Der 20. Juli ist nicht irgendein Tag in der deutschen Geschichte. Viele Menschen haben ihr Leben für Europa, für ein gemeinsames Europa gelassen. Das sehe ich schon als einen wichtigen Auftrag an, der im Übrigen auch schon in der Präambel des Grundgesetzes niedergelegt ist.“ Der 20. Juli als Begründung für ihre Unbeugsamkeit in der Flüchtlingsfrage: Das ist eine verblüffende Konstruktion. Sie sagt viel über die Kanzlerin im 13. Jahr ihrer Regentschaft. Man könnte sogar zur Meinung gelangen, dass sie nahezu alles sagt.

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Jeder Mensch braucht ein Zuhause

Illustration Simon Neufeld

Pressekonferenz des Caritasverbandes zur Jahreskampagne 2018

Die Suche nach einer Wohnung gestaltet sich für immer mehr Menschen als nahezu aussichtsloses Unterfangen. In vielen Großstädten und Ballungszentren ist es kaum möglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Knapper Wohnraum und steigende Mieten treffen mittlerweile nicht nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Menschen aus der Mittelschicht, die als Pfleger, Polizist, Krankenschwester oder Erzieherin arbeiten, spüren ebenfalls, dass bezahlbarer Wohnraum Mangelware geworden ist. Das Problem hat die Mitte der Gesellschaft erreicht.

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ARD-Vorsitzender Tom Buhrow vor dem WDR-Funkhaus in Köln  – Foto: wdr.de 

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Berlin mit Fernsehturm
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Foto MDR: Funkhaus Magdeburg

Der Rundfunk-Beitrag wird stabil bleiben!

Die Bundesländer wollten eigentlich den öffentl.-rechtl. Rundfunk reformieren. Dazu wurde 2016 die Arbeitsgruppe „Auftrag und Strukturoptimierung“ eingerichtet. Der Sendeauftrag sollte neu definiert, der (Behörden-) Betrieb optimiert und die Ausgaben reduziert werden. Und der Rdf.-Beitrag nicht ins uferlose steigen. Doch davon wollen die Landespolitiker nichts mehr wissen. Die Medienpolitik dreht sich im Kreis und die Chefs der Sendeanstalten fordern weitere 750 Millionen Euro jährlich. Obwohl ARD und ZDF pro Jahr über 9 Milliarden Euro verfügen. Dazu sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) aus Mainz, dass der Finanzbedarf die Höhe des Beitrags bestimmt und nicht umgekehrt. Denn beim Thema „Beitragsstabilität“ dürfe man nicht vergessen, dass sich die „Rahmenbedingungen der Auftragsentwicklung“ änderten und der „Kostenaufwand“ steige. Deshalb gehe es um eine „relative Beitragsstabilität“. Doch, welche Erhöhung gilt noch als „relativ stabil“, wenn der Beitrag auf 19 oder sogar 20 Euro steigt? Und nein, nicht die Höhe der Ausgaben bestimmt die Beitragshöhe, sondern der öffentl.-rechtl. Auftrag mit anspruchsvollen Programmen und verantwortungsbewussten Ausgaben. Aber ohne gigantische Fußball-Millionen, 8.800 Krimis im Jahr und 19 Fernseh- und 76 Hörfunk-Programme. Daher gilt: Weniger ist mehr! Einfach mehr Programm-Qualität. Und auch noch wichtig, die nächsten Wahlen stehen vor der Tür.

Berlin - Bundeskanzleramt
ZDF-Sendezentrale - Mainz - Foto ZDF.de
NEONLICHT

„Wir müssen reden!“

Ja, das müssen wir. Probleme gibt es wie Sand am Meer – sie brennen uns Bürgern auf den Nägeln. Und bei 97 Radio- und Fernseh-Programmen von ARD & ZDF wird es doch wohl ein Mikrofon – oder auch mehrere – für uns interessierte Bürger geben. Das Bitten wurde nach unzähligen Monaten in der RBB-Führungsetage erhört und so startet der neue politische Bürgertalk „Wir müssen reden!“ Er wird live von wechselnden Orten in Berlin und Brandenburg übertragen und das Besondere – kaum zu glauben: „es geht vor allem um die Meinung der Bürgerinnen und Bürger.“ Endlich dürfen wir Bürger nicht nur den ÖRR finanzieren (der uns ohnehin gehört), jetzt dürfen wir auch neben den Politikern sitzen und Klartext reden. Und weiter: „Ob im Studio oder zu Hause, wir wollen mit Ihnen diskutieren. Über welchen Kanal, das entscheiden Sie.“ Es geschehen doch noch (kleine) Wunder beim ör Rundfunk – die Demokratie ist noch nicht eingeschlafen. Oder liegt es nur daran, dass Wahlen vor der Tür stehen, die „Volksparteien“, z.T. die SPD, nur noch jeden zehnten Wähler überzeugen können und wohlmöglich die ruhigen Zeiten für Politiker, Funktionäre und Redakteure vorbei sind? Und damit die Demokratie eine Zukunft hat, müssen wir miteinander reden. Gut so. Warum nicht schon früher?

Foto MDR: Funkhaus Leipzig
Foto HR: Funkhaus Frankfurt
Foto SWR: Funkhaus Stuttgart

Überblick 19 Fernseh- und 76 Hörfunk-Programme von ARD & ZDF

Fernseh-Programme

Anmerkungen: Radio Bremen und Saarländischer Rundfunk (SR) strahlen keine eigenen Programme aus – sie beteiligen sich an den Programmen NDR-FS bzw. SWR-FS. Zu bestimmten Sendezeiten werden für die Länder Bremen und Saarland eigene Sendungen (Aktuelles, Politik, Sport) von der jeweiligen Sendeanstalt ausgestrahlt. Das junge Programm FUNK bietet seine Sendungen nur online an.

9 Landesrundfunk-Anstalten im ARD-Verbund

Hörfunk-Programme & Web-Channels der 9 Landesrundfunk-Anstalten und des Deutschlandradios

 Landes-Infor.- u. Musik-Prog.
(Pop / Softpop)
Schlager-Radios
(z.T. mit Softpop,
Oldies, Evergreens)
Pop- u.
Service-Wellen
(z.T. mit
Ak., Rock)
Junge Radios
(Alternativ-
Musik
u. Infos)
Info-Radios
(Aktuelles
u. Sport)
Anspruchsvolle
Infor.- u. Kultur Programme
Kultur-Programme
16x8x9x9x7x3x11x
NDR 1
Niedersachsen
Welle Nord / SH
Hamburg 90,3
Radio MV
NDR Plus*NDR 2N-JoyNDR InfoNDR Kultur
Bremen EinsBremen VierBremen NEXTBremen Zwei
Berlin 88,8
Antenne Brandenburg
Radio EinsFritzInfo-RadioKultur-Radio
MDR 1
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
MDR
Schlagerwelt*
(mit Regional-Nachr./3 Länder)
MDR JumpMDR SputnikMDR AktuellMDR Figaro
MDR Klassik*
WDR 2 / NRW
(Aktuelle Welle)
WDR 4WDR-1LIVE
z.T. Junge
Generation
1LIVE-DIGGI*WDR 5WDR 3
HR 1 / HessenHR 4HR 3You FMHR infoHR 2
SWR 1
B.-Württemberg
Rheinland-Pfalz
SWR 4
B.-Württemberg
Rheinland-Pfalz
SWR 3Das Ding*SWR-Info*SWR 2
SR 3 / SaarlandSchlagerwelt*SR 1Unser Ding*Antenne SaarSR 2
BR 1 / BayernBR plus*BR 3BR Puls*B5 aktuellBR 2BR Klassik
DeutschlandfunkDLF Kultur
Insgesamt: 63 Programme (davon 10 nur online*)

Weitere 2 Programme / 4 Web-Channels* / 7 Ergänzungs-Programme (E) (insgesamt 13)

NDR (3)Blue* ("Musik abseits der
Charts")


Info Spezial (u.a. Infor.,Sport, Parl.-Debatten,
für Ausländer)
Traffic (E - Verkehr)
MDR (2)Sachsen - Sorbisches Prog. (E)Sachsen extra (E - Sport, Parl .-Debatten)
WDR (4)Cosmo (Infor. u. Welt-Musik) KiRaKa* (für Kinder)Event (E – Sport,
Parl.-Debatten)
Vera (E - Verkehr)
BR (3)Heimat* (Volkstümliche Musik)B5 plus (E – Sport, Parl.-Debatten)B5 Verkehr (E)
DRadioDeutschlandfunk Nova*(Pop-Musik und Wissen)
weitere Web-Channels* (76) - Insgesamt: 152 Hörfunk-Programme und Web-Channels - Stand 6.9.2017

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