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Das Reform-Konzept für ARD und ZDF „Rundfunk-Agenda 2020“

mehr Qualität     weniger Programme     Kosten senken     Bürger-Beteiligung

mehr Objektivität     Finanzierung über Steuern     faire Rundfunk-Gehälter

Extra-Worte zum Tag

RRG-Landesregierung in Thüringen droht Verlust der Mehrheit

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Thüringen sieht es danach aus, dass eine Mehrheitsfindung nach der Wahl schwierig werden könnte: Linke und CDU sind fast gleichstark, die AfD kann ihren Stimmenanteil verdoppeln, SPD und Grüne sind einstellig, die FDP ist durch die Fünf-Prozent-Hürde gefährdet. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer Extra. Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, dann ergäben sich aktuell folgende Projektionswerte für die Parteien: Die CDU käme jetzt auf 26 Prozent, die Linke auf 27 Prozent, die SPD auf 9 Prozent, die AfD auf 20 Prozent, die Grünen auf 8 Prozent und die FDP auf 5 Prozent. Die anderen Parteien lägen zusammen bei 5 Prozent. Damit würde die amtierende Regierung aus Linke, SPD und Grünen ihre Mehrheit verlieren, aber auch eine Regierung aus CDU, SPD und Grünen würde eine parlamentarische Mehrheit verfehlen.

Diese Projektionswerte geben aber lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Grundsätzlich sind bei diesen Werten auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen, weshalb ein Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde nicht auszuschließen ist (der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte). Darüber hinaus kann es bis zum Wahlsonntag für die verschiedenen Parteien durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge noch zu entscheidenden Veränderungen kommen. Zudem wissen zurzeit 38 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen. Bei der letzten Landtagswahl 2014 war die CDU auf 33,5 % gekommen, die Linke auf 28,2 %, die SPD auf 12,4 %, die AfD auf 10,6 %, die Grünen auf 5,7 %, die FDP auf 2,5 % und die anderen Parteien zusammen auf 7,1 %.

Als wichtiger für ihre aktuelle Wahlabsicht nennen ähnlich wie vor fünf Jahren 60 Prozent die Landespolitik und 34 Prozent die Bundespolitik (Rest zu 100 % hier und im Folgenden: „weiß nicht“). Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, sprechen sich 50% für Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) aus und 31% bevorzugen den CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring. Gegenüber dem Spitzenkandidaten der AfD, Björn Höcke, liegt Ramelow mit 76 Prozent zu 6 Prozent vorne.

Mit guten 2,0 auf der plus fünf/minus fünf Skala ist Bodo Ramelow (Linke) der beliebteste Politiker in Thüringen, gefolgt von Wolfgang Tiefensee (SPD) mit 1,6 und Mike Mohring (CDU) mit 1,2. Sehr negativ wird Björn Höcke (AfD) bewertet (- 3,5). Auffällig ist hier vor allem, dass Bodo Ramelow in allen Parteianhängerlagern außer der AfD positive Beurteilungen erhält und umgekehrt Björn Höcke von allen Parteianhängergruppen außer der AfD extrem negativ bewertet wird. Selbst bei den AfD-Anhängern erhält Höcke lediglich einen Wert von 0,7.

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der einzelnen Parteien in der Regierung fällt unterschiedlich aus. Am besten wird die Linke mit einem Durchschnittswert von 0,9 auf der plus fünf/minus fünf Skala bewertet. Die SPD erhält 0,6 und die Grünen nur minus 0,1. Die Arbeit der CDU in der Opposition wird mit 0,7 beurteilt und die der AfD mit sehr negativen minus 2,8. Grundsätzlich bevorzugen 44 Prozent eine von der CDU geführte Landesregierung und 42 Prozent eine durch die Linke geführte. Eine mögliche Koalition aus Linke, SPD und Grünen fänden 42 Prozent gut und 36 Prozent schlecht (egal: 18 %). Eine Regierung aus CDU, SPD und Grünen fänden 36 Prozent gut und 38 Prozent schlecht (egal: 21 %). Das wichtigste Problem in Thüringen ist mit 28 Prozent das Thema „Bildung/Schule“. Danach folgen „Infrastruktur“ (16 %), „Umweltschutz/Klima“ (13 %), „AfD/Rechte“ (11 %) und „Flüchtlinge/Asyl“ (10 %).

Quelle: ZDF-Politbarometer 17.10.2019

ARD/ZDF-Onlinestudie 2019: Weiter zunehmende Mediennutzung im Internet

Über viele Jahre hinweg hat die Internetnutzung in Deutschland stetig zugenommen. Mittlerweile ist in vielen Bereichen eine Kontinuität festzustellen. Weiter gestiegen ist dagegen die mediale Internetnutzung. Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt die ARD/ZDF-Onlinestudie, die im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungskommission durchgeführt wird und seit 1997 jährlich Basisdaten zur Internetnutzung in Deutschland bereitstellt. 2019 nutzen – wie auch im vergangenen Jahr – rund 90 Prozent der Bevölkerung das Internet zumindest gelegentlich. Hingegen steigt im Vergleich zum Vorjahr die Tagesreichweite des Internets: Demnach gaben – bezogen auf die Gesamtbevölkerung – 71 Prozent der Befragten an, an einem normalen Tag online gewesen zu sein, 2018 waren es 67 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen beträgt diese sogenannte Tagesreichweite 98 Prozent.
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ARD und ZDF können von der Schweiz lernen

Logo ARD/ZDF

Große Staaten haben in der Regel kein Interesse an den gesellschaftlichen Zuständen und Entwicklungen in kleinen Staaten. Sie werden mit Absicht übersehen und/oder nicht ernst genommen. Der emeritierte Professor für Journalismus und Medienmanagement an der Università della Svizzera italiana in Lugano in der Südschweiz, Stephan Russ-Mohl, hat in einem Beitrag für den TAGESSPIEGEL (7.9.2019) dieses am Beispiel für den ör Rundfunk dargelegt. „Es war der Doyen der Schweizer Kommunikationsforscher, Ulrich Saxer, der frühzeitig auf das kommunikative Wechselspiel zwischen kleinen Ländern und deren „next door giants“ aufmerksam machte: Die Kleinen verfolgen sehr genau, was ihre großen Nachbarn so treiben. Die Großen ignorieren dagegen gerne die Kleinen – es sei denn, diese werden lästig, oder das, was dort geschieht, lässt sich für die eigenen Zwecke instrumentalisieren. 

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Junge Generation reduziert Fernseh-Konsum auf 33 Prozent

Foto Neue ARD-Forum.de

Im Durchschnitt verbringen die Deutschen täglich sieben Stunden mit medialen Video-, Audio- und Textinhalten. Bei den Unter-30-Jährigen ist es eine gute Stunde weniger. In dieser Altersgruppe wird der Trend zur non-linearen Nutzung deutlich. In der Gesamtbevölkerung dominiert bei der Bewegtbildnutzung das lineare (Live-) Fernsehen mit einem Anteil von 76 Prozent, während das Radio mit 79 Prozent den Löwenanteil der Audionutzung ausmacht. Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt die Studie ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends 2019, die im dritten Jahr in Folge im Rahmen der Studienreihe „Medien und ihr Publikum“ (MiP) im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungskommission durchgeführt wurde.

Betrachtet man die für Medien aufgewendete Zeit, verbringt die Bevölkerung täglich sieben Stunden mit Medieninhalten (420 Min.). Gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 19 Minuten. Nur rund eine Stunde entfällt auf das Lesen von Texten, wobei sich auch die Textnutzung zunehmend ins Netz verlagert. Die meiste Zeit entfällt auf das Ansehen von Videos (202 Min.) und die Audionutzung (186 Min.). In der Gesamtbevölkerung dominieren nach Nutzungsdauer die lineare Fernsehnutzung mit 76 Prozent sowie die lineare Radionutzung mit 79 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen ist eine deutlich andere Nutzung zu beobachten. Ihre für Medien aufgewendete Zeit ist mit 5:57 Stunden (357 Min.) geringer als die der Gesamtbevölkerung. 

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Deutschland braucht keine 19 Fernseh-Programme von ARD & ZDF!

Pinar Atalay - Tagesthemen - Foto NDR/Thorsten Jander

Pinar Atalay – Das Erste  © NDR/Thorsten Jander

„Und täglich grüsst das Murmeltier“ – ein Film-Klassiker von 1993 mit Bill Murray und Andie MacDowell in den Hauptrollen. Bill Murray spielt im Film den Wettermann einer lokalen TV-Station im Osten der USA und gerät dabei in eine Zeitschleife. Immer und immer wieder erlebt er ein und denselben Tag und dreht sich dabei im Kreise. So müssen sich mittlerweile auch die 16 deutschen Ministerpräsidenten fühlen – da es in der Medienpolitik nicht voran geht. Besonders in Bezug auf Neugestaltung beim Sendeauftrag und Reformen bei ARD und ZDF. Die Intendanten der 11 Sendeanstalten stellen sich stur – wie haben schon genug Gelder eingespart – bekommen Politiker und Bürger gebetsmühlenartig zu hören. Im Oktober werden sich die Politiker auf ihrer Quartalskonferenz erneut mit dem gordischen Knoten ÖRR beschäftigen (müssen).

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Der HR will sein Kultur-Angebot reduzieren und beim Fernsehen kooperieren

HR-Studio Darmstadt – Foto hr.de

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Sendeauftrag (Information, Kultur, Bildung, Beratung, Unterhaltung und Sport) und dafür bekommt er Rundfunkgebühren. Mit Werbeeinnahmen, Zinserlösen und weiteren Betriebseinnahmen stehen den 13 ör Sendeanstalten (mit Arte und Deutsche Welle/Steuerfinanzierung) jährlich rund 10 Milliarden Euro zur Verfügung – Weltspitze. Für diese fürstliche Summe dürfen die Hörer und Zuschauer in Deutschland auch das beste Programmangebot erwarten. Aber, nur theoretisch – denn seit unzähligen Jahren wird an allen Ecken und Kanten in Programm und Betrieb gespart, denn die Gelder reichen (angeblich) nicht aus. Neben den Mini-Anstalten in Bremen und Saarbrücken, gilt der mittelgroße Hessische Rundfunk (HR) als finanzielles Sorgenkind im ARD-Verbund. Und im Zuge einer möglichen Gebührenerhöhung fordern die Sendeanstalten zusätzlich 0,75 Mrd. Euro pro Jahr.

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Ex-Intendant Pleitgen erwartet „Showdown“ um die Zukunft von ARD & ZDF

Fritz Pleitgen – Foto dlf.de

Die KEF prüft bis Jahresende wie viel Geld die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft wirklich brauchen. Rund drei Milliarden Euro zusätzlich (für vier Jahre) haben ARD, ZDF und Deutschlandradio angemeldet – zu den jährlichen rd. 9,7 Mrd. Euro. Entscheiden muss letztendlich die Landes-Politik, die derzeit ja auch eine (Teil-) Indexierung des Rundfunkbeitrags prüft. Immer wieder gab es in der Vergangenheit auch die Forderung nach einem schlankeren ör Rundfunk. Das reiche über Forderungen nach weitreichenden Einsparungen mit weniger Programmen, der Zusammenlegung von ARD und ZDF und einem bundesweiten Länderfernsehen (statt 7 Dritte) mit zeitweiliger Auseinanderschaltung für die 16 Bundesländer.

Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen (von 1995 – 2007) glaubt, dass sich diese Diskussion in der Zukunft noch verschärfen wird. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ (11.7.2019) sagt Pleitgen, er erwarte einen „Showdown“. Dann ginge es laut Pleitgen um die Frage, ob wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch brauchen würden und wie viel davon nötig sei. „Ein System oder zwei Systeme?“ Wenn es dazu kommt, müssten ARD und ZDF auf diese Fragen vorbereitet sein, warnt der frühere WDR-Intendant.

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Jetzt aktiv werden! Bürger sagen Ihre Meinung!

Für das bestehende duale Rundfunksystem plädieren 74 Prozent der Bürger. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL, ist nur knapp die Hälfte der Befragten der Meinung, dass ARD und ZDF ihren Programmauftrag gut (39%) bzw. sehr gut (9%) erfüllen.

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Wenn ich im Jahr 210 Euro übrig hätte, würde ich das Geld ausgeben für… Hier können Sie Politikern und Rundfunk-Intendanten direkt mitteilen, wofür Sie ihr kostbares Geld ausgeben würden, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk über Steuern finanziert würde.

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Haben auch Sie sich schon öfters über die deutschen Radio- und Fernseh-Programme geärgert? Über die Sendungen und ihr Niveau? Über die ausgestrahlten Angebote und die fehlenden Sendungen mit neuen Ideen?

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GEZ Rundfunkbeitrag

… für Existenzgründer, Klein-Unternehmer, Geringverdiener und Familien und zahlen die Rundfunk-Gebühren für jeweils ein Jahr.

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Außenansicht des Reichstagsgebäudes am Tag der Ein- und Ausblicke im Deutschen Bundestag.
Besucher auf dem Platz der Republik.
TEA, Westansicht, Westeingang

Ordnungsnummer: 3652288
Ereignis: Tag der Ein- und Ausblicke,Liegenschaften, Architektur
Gebäude / Gebäudeteil : Reichstagsgebäude, Außenansicht
Nutzungsbedingungen: http://www.bundestag.de/bildnutz

Es werden nur einfache Nutzungsrechte eingeräumt, die ein Recht zur Weitergabe der Nutzungsrechte an Dritte ausschließen.

Der Bundestag mit aktuell 709 Abgeordneten ist zu groß und zu teuer – eine Reduzierung auf 450 Mitglieder ist völlig ausreichend …

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Andrea Nahles – Sieg oder Niederlage

SPD-Partei- u. Fraktions-Vors. Nahles (Foto ARD.de)

Die SPD war eine große und stolze Volks-Partei mit Bundeswahl-Werten von über 40 Prozent. Aber diese goldenen bzw. roten Wahlzeiten sind für immer vorbei. Seit einigen Jahren rast der SPD-Zug ungebremst eine Steilküste hinunter, obwohl die Lokführer bzw. Partei-Chefs ständig ausgewechselt wurden. Deren Namen kennen Journalisten und Bürger bis zum Überdruss. Und das Ende der stolzen Partei ist mittlerweile ein Drama im sozialdemokratischem Genossen-Theater. Zur besten Sende- und Schreiblaune der Medienwelt läuft das große Finale: Das Ende ist Nahles – Kollaps der SPD ?!

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Politiker brauchen den oldenburgischen Mut

Wie ein gordischer Knoten zerschlagen werden kann

Es gibt Situationen, da gibt es weder ein vor noch ein zurück. Dann handelt es sich in der Regel um ein kompliziertes und komplexes Themengeflecht von großer Tragweite. Politiker treten mit vielen (schönen) Worten in der Öffentlichkeit auf und organisieren unzählige Diskussionsrunden hinter verschlossenen Türen. Und während Politiker (und auch Experten) sich die Köpfe heißreden, haben die Bürger längst gemerkt, dass der „Karren“ festgefahren ist und die gewählten Volksvertreter keine Lösung anbieten können. Auf die Idee, auch mal den ausgelatschten Trampelpfad zu verlassen, um so den gordischen Knoten zu zerschlagen, kommen sie nur selten oder nie.

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Aufgeblähter Bundestag in Zukunft mit 830 Abgeordneten ?

Besucher beim Hinaufgehen zur Aussichtsplattform der Kuppel über die spiralförmige Rampe. Links der verspiegelte Rüssel und ein Teil des Sonnensegels.

Wahlrechts-Debatte: Vertrauliche Runde mit Bundestagspräsident Schäuble muss „Quadratur des Kreises“ lösen

Die dramatischen Bewegungen bei den Wahlergebnissen der letzten Zeit wirken sich auch auf die Wahlrechts-Debatte aus. Verluste für die (Volks-) Parteien CDU, CSU und SPD und starke Gewinne für die Grünen und die AfD, werden die Anzahl der Überhang- und Ausgleichsmandate bei den nächsten Bundeswahlen erheblich anschwellen lassen.
Als sich der Bundestag vor einem Jahr konstituierte, war er mit 709 Abgeordnete (MdB`s) der größte aller Zeiten – mit 111 Mandaten über der gesetzlichen Mindestgröße von 598. Die Wahlrechtsreform von 2012 hat es möglich gemacht. Es wurde beschlossen, Überhänge durch zusätzliche Mandat auszugleichen, sodass der Parteienproproz, welcher sich aus den Zweitstimmen ergibt, sich auch in der Sitzverteilung widerspiegeln muss. Zu Beginn der neuen Legislaturperiode hat sich eine kleine Gruppe aus sieben Abgeordneten aller Bundestagsparteien unter dem Vorsitz von Wolfgang Schäuble konstituiert. Die Runde tagt vertraulich und soll Pläne erarbeiten, wonach die Bundestagsgröße nicht noch weiter ausufert und einigermaßen berechenbar bliebt. Es ist wie die „Quadratur des Kreises“, so Schäuble.

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Krawalle in Chemnitz: Was ist bloß los im Osten?

Liegt die Verantwortung für die Ausschreitungen in Chemnitz „nur“ bei einigen gewaltbereiten Rechtsradikalen? Inwiefern ist es (auch) das Ergebnis von 40 Jahren DDR? Dazu ein Gastkommentar von Rüdiger Jope, gebürtiger Sachse und Chefredakteur des Männermagazins MOVO.
Die Bilder aus Chemnitz sorgten bei mir für einen Flashback. Rückblende: In der sächsischen Kleinstadt, in der ich bis vor einigen Jahren als Pastor tätig war, gab es 2010 das Ansinnen, einen offenen Jugendstrafvollzug einzurichten. Gebäude waren vorhanden, erste Gespräche mit der Stadt liefen. Dann griff die Presse das Thema auf. Am nächsten Morgen entdeckte ich bei meinem Bäcker neben Brötchen und BILD-Zeitung Unterschriftslisten. Die „Wutbürgerwelle“ rollte. Es brodelte im Ort.

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100 Tage SPD-Vorsitzende Andrea Nahles – Praxisschock auf Bayern-Tour

Droht ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition ?  

Gewählt mit nur 66,4% an die Parteispitze, droht Nahles und der SPD bei der Bayernwahl am 14.10.2018 mit 13% ein Desaster. In Fürth (bei Nürnberg) holte die Partei über 50% und Oberbürgermeister Jung wurde mit stolzen 73% gewählt. Nahles: „Wie habt ihr das geschafft?“ Überschaubarkeit, soziale Kontrolle, keine Anonymität, „außerdem schafft der Mindestlohn sozialen Frieden“, so Jung. Doch OB Jung hat noch andere Botschaften: Aus Bulgarien und Rumänien kämen Familien, teils Roma, mit acht, neun Kindern, „das sind oft Analphabeten, und sie verursachen Riesenärger“. Mit Jobscheinanmeldungen erhielten sie Zugriff auf Sozialleistungen. Das hiesige Kindergeld lockt kräftig an. „Wir müssen eine gemeinsame Linie abstimmen“, sagt Nahles, „etwas machen, was funktioniert.“ Ein Kraftakt, denn die Sache mit dem Kindergeld ist ein Beispiel für den Widerspruch in Nahles’ Partei: SPD-Kommunalpolitiker wollen praxisnahe Lösungen für den Alltag.

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Merkel, Erbfolgerin des deutschen Widerstands

Sommer-Pressekonferenz von A. Merkel am 20.7.18

„Die Frage, wie wir in Europa vorgehen, ob wir das einseitig machen, ob wir das unabgestimmt machen, ob wir das zu Lasten Dritter machen, ja oder nein, ist für mich eine zentrale Frage meiner Politik“, sagte Merkel. „Diese Pressekonferenz findet am 20. Juli statt. Der 20. Juli ist nicht irgendein Tag in der deutschen Geschichte. Viele Menschen haben ihr Leben für Europa, für ein gemeinsames Europa gelassen. Das sehe ich schon als einen wichtigen Auftrag an, der im Übrigen auch schon in der Präambel des Grundgesetzes niedergelegt ist.“ Der 20. Juli als Begründung für ihre Unbeugsamkeit in der Flüchtlingsfrage: Das ist eine verblüffende Konstruktion. Sie sagt viel über die Kanzlerin im 13. Jahr ihrer Regentschaft. Man könnte sogar zur Meinung gelangen, dass sie nahezu alles sagt.

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Jeder Mensch braucht ein Zuhause

Illustration Simon Neufeld

Pressekonferenz des Caritasverbandes zur Jahreskampagne 2018

Die Suche nach einer Wohnung gestaltet sich für immer mehr Menschen als nahezu aussichtsloses Unterfangen. In vielen Großstädten und Ballungszentren ist es kaum möglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Knapper Wohnraum und steigende Mieten treffen mittlerweile nicht nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Menschen aus der Mittelschicht, die als Pfleger, Polizist, Krankenschwester oder Erzieherin arbeiten, spüren ebenfalls, dass bezahlbarer Wohnraum Mangelware geworden ist. Das Problem hat die Mitte der Gesellschaft erreicht.

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Mike Mohring – möchte MP von Thüringen werden – Foto: cdu.de

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Berlin mit Fernsehturm
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Foto MDR: Funkhaus Magdeburg

Der Rundfunk-Beitrag wird stabil bleiben!

Die Bundesländer wollten eigentlich den öffentl.-rechtl. Rundfunk reformieren. Dazu wurde 2016 die Arbeitsgruppe „Auftrag und Strukturoptimierung“ eingerichtet. Der Sendeauftrag sollte neu definiert, der (Behörden-) Betrieb optimiert und die Ausgaben reduziert werden. Und der Rdf.-Beitrag nicht ins uferlose steigen. Doch davon wollen die Landespolitiker nichts mehr wissen. Die Medienpolitik dreht sich im Kreis und die Chefs der Sendeanstalten fordern weitere 750 Millionen Euro jährlich. Obwohl ARD und ZDF pro Jahr über 9 Milliarden Euro verfügen. Dazu sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) aus Mainz, dass der Finanzbedarf die Höhe des Beitrags bestimmt und nicht umgekehrt. Denn beim Thema „Beitragsstabilität“ dürfe man nicht vergessen, dass sich die „Rahmenbedingungen der Auftragsentwicklung“ änderten und der „Kostenaufwand“ steige. Deshalb gehe es um eine „relative Beitragsstabilität“. Doch, welche Erhöhung gilt noch als „relativ stabil“, wenn der Beitrag auf 19 oder sogar 20 Euro steigt? Und nein, nicht die Höhe der Ausgaben bestimmt die Beitragshöhe, sondern der öffentl.-rechtl. Auftrag mit anspruchsvollen Programmen und verantwortungsbewussten Ausgaben. Aber ohne gigantische Fußball-Millionen, 8.800 Krimis im Jahr und 19 Fernseh- und 76 Hörfunk-Programme. Daher gilt: Weniger ist mehr! Einfach mehr Programm-Qualität. Und auch noch wichtig, die nächsten Wahlen stehen vor der Tür.

Berlin - Bundeskanzleramt
ZDF-Sendezentrale - Mainz - Foto ZDF.de
NEONLICHT

„Wir müssen reden!“

Ja, das müssen wir. Probleme gibt es wie Sand am Meer – sie brennen uns Bürgern auf den Nägeln. Und bei 97 Radio- und Fernseh-Programmen von ARD & ZDF wird es doch wohl ein Mikrofon – oder auch mehrere – für uns interessierte Bürger geben. Das Bitten wurde nach unzähligen Monaten in der RBB-Führungsetage erhört und so startet der neue politische Bürgertalk „Wir müssen reden!“ Er wird live von wechselnden Orten in Berlin und Brandenburg übertragen und das Besondere – kaum zu glauben: „es geht vor allem um die Meinung der Bürgerinnen und Bürger.“ Endlich dürfen wir Bürger nicht nur den ÖRR finanzieren (der uns ohnehin gehört), jetzt dürfen wir auch neben den Politikern sitzen und Klartext reden. Und weiter: „Ob im Studio oder zu Hause, wir wollen mit Ihnen diskutieren. Über welchen Kanal, das entscheiden Sie.“ Es geschehen doch noch (kleine) Wunder beim ör Rundfunk – die Demokratie ist noch nicht eingeschlafen. Oder liegt es nur daran, dass Wahlen vor der Tür stehen, die „Volksparteien“, z.T. die SPD, nur noch jeden zehnten Wähler überzeugen können und wohlmöglich die ruhigen Zeiten für Politiker, Funktionäre und Redakteure vorbei sind? Und damit die Demokratie eine Zukunft hat, müssen wir miteinander reden. Gut so. Warum nicht schon früher?

Foto MDR: Funkhaus Leipzig
Foto HR: Funkhaus Frankfurt
Foto SWR: Funkhaus Stuttgart

Überblick 19 Fernseh- und 76 Hörfunk-Programme von ARD & ZDF

Fernseh-Programme

Anmerkungen: Radio Bremen und Saarländischer Rundfunk (SR) strahlen keine eigenen Programme aus – sie beteiligen sich an den Programmen NDR-FS bzw. SWR-FS. Zu bestimmten Sendezeiten werden für die Länder Bremen und Saarland eigene Sendungen (Aktuelles, Politik, Sport) von der jeweiligen Sendeanstalt ausgestrahlt. Das junge Programm FUNK bietet seine Sendungen nur online an.

9 Landesrundfunk-Anstalten im ARD-Verbund

Hörfunk-Programme & Web-Channels der 9 Landesrundfunk-Anstalten und des Deutschlandradios

 Landes-Infor.- u. Musik-Prog.
(Pop / Softpop)
Schlager-Radios
(z.T. mit Softpop,
Oldies, Evergreens)
Pop- u.
Service-Wellen
(z.T. mit
Ak., Rock)
Junge Radios
(Alternativ-
Musik
u. Infos)
Info-Radios
(Aktuelles
u. Sport)
Anspruchsvolle
Infor.- u. Kultur Programme
Kultur-Programme
16x8x9x9x7x3x11x
NDR 1
Niedersachsen
Welle Nord / SH
Hamburg 90,3
Radio MV
NDR Plus*NDR 2N-JoyNDR InfoNDR Kultur
Bremen EinsBremen VierBremen NEXTBremen Zwei
Berlin 88,8
Antenne Brandenburg
Radio EinsFritzInfo-RadioKultur-Radio
MDR 1
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
MDR
Schlagerwelt*
(mit Regional-Nachr./3 Länder)
MDR JumpMDR SputnikMDR AktuellMDR Figaro
MDR Klassik*
WDR 2 / NRW
(Aktuelle Welle)
WDR 4WDR-1LIVE
z.T. Junge
Generation
1LIVE-DIGGI*WDR 5WDR 3
HR 1 / HessenHR 4HR 3You FMHR infoHR 2
SWR 1
B.-Württemberg
Rheinland-Pfalz
SWR 4
B.-Württemberg
Rheinland-Pfalz
SWR 3Das Ding*SWR-Info*SWR 2
SR 3 / SaarlandSchlagerwelt*SR 1Unser Ding*Antenne SaarSR 2
BR 1 / BayernBR plus*BR 3BR Puls*B5 aktuellBR 2BR Klassik
DeutschlandfunkDLF Kultur
Insgesamt: 63 Programme (davon 10 nur online*)

Weitere 2 Programme / 4 Web-Channels* / 7 Ergänzungs-Programme (E) (insgesamt 13)

NDR (3)Blue* ("Musik abseits der
Charts")


Info Spezial (u.a. Infor.,Sport, Parl.-Debatten,
für Ausländer)
Traffic (E - Verkehr)
MDR (2)Sachsen - Sorbisches Prog. (E)Sachsen extra (E - Sport, Parl .-Debatten)
WDR (4)Cosmo (Infor. u. Welt-Musik) KiRaKa* (für Kinder)Event (E – Sport,
Parl.-Debatten)
Vera (E - Verkehr)
BR (3)Heimat* (Volkstümliche Musik)B5 plus (E – Sport, Parl.-Debatten)B5 Verkehr (E)
DRadioDeutschlandfunk Nova*(Pop-Musik und Wissen)
weitere Web-Channels* (76) - Insgesamt: 152 Hörfunk-Programme und Web-Channels - Stand 6.9.2017

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