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Das Reform-Konzept für ARD und ZDF „Rundfunk-Agenda 2020“

mehr Qualität     weniger Programme     Kosten senken     Bürger-Beteiligung

mehr Objektivität     Finanzierung über Steuern     faire Rundfunk-Gehälter

Extra-Worte zum Tag

Friedrich Merz muss seine Kanzlerambitionen abschreiben 

In der Corona-Krise werden Zukunftspläne verändert oder sogar beendet. Auch Friedrich Merz blieb von dem Virus nicht verschont – gesundheitlich und politisch. Nach Meinung von Gabor Steingart (Morning Briefing 25. Mai), wird er wohl seine Kanzlerambitionen beerdigen müssen. Es sind sieben Gründe, die seine Chancen auf das höchste Regierungsamt zerstören:

1. Die Regierungspolitiker Armin Laschet, Jens Spahn und Markus Söder sind Macher und setzen sich in Szene. Merz ist ohne staatliche Funktion und kann nur zusehen und abwarten.
2. Der Staat übernimmt in Zeiten der Pandemie eine dominante Rolle. Er teilverstaatlicht Firmen, alimentiert, subventioniert und spannt Rettungsschirme über Millionen von Beschäftigten. Das Repertoire des ordoliberalen Wirtschaftspolitikers Merz, das er einst mit dem Buchtitel „Mehr Freiheit wagen“ umwarb, wirkt eher bedrohlich. Er passt nicht in diese Welt zu diesen Problemen. Und in der Krise punktet der Staat. Das Vertrauen der Deutschen in Institutionen hat zugenommen – im Vergleich April 2020 zu November 2019 (in Klammern – in Prozent): Regierung 64 (45), Wirtschaft 56 (48), Medien 53 (49) und NGOs 50 (43).
3. Das strategische Versprechen, er werde die AfD-Wählerschaft halbieren und zurück zur Union führen, scheint durch die Wahlforscher widerlegt. Die AfD-Wähler seien auch beim jetzigen Umfragehoch der Union nicht bereit CDU/CSU zu wählen und würden – sagt Forsa-Chef Manfred Güllner – eher wieder im Niemandsland der Nicht-Wähler verschwinden als in die politische Mitte zurückkehren. Güllner schrieb am Wochenende in einer Analyse: „Die Daten zeigen, dass alle zur AfD tendierenden Personen – gleichgültig ob sie sich zum ,Meuthen‘- oder zum ,Höcke/Kalbitz-Lager‘ rechnen – ein fest gefügtes rechtsradikales und völkisches Weltbild besitzen. Anders als Merz glaubt, ist diese homogene weitgehend geschlossene Wertegemeinschaft nicht für CDU oder CSU zu gewinnen.“ Dafür wechseln Halb-Linke und Liberale zur Union. Nach Forsa-Analysen kommen die Zuwanderer (in Prozent), im Vergleich der aktuellen Sonntagsumfrage mit der Bundestagswahl 2017, aus folgenden Parteien: 23 SPD, 22 FDP, 12 Grüne, AfD 2, 4 sonstige und 36 Nichtwähler.
4. Der dominante Partner der Union nach der kommenden Bundestagswahl werden ohnehin nicht AfD oder FDP sein, sondern die Grünen. Am erfolgreichsten waren Koalitionsregierungen aber immer dann, wenn es zur politischen Pärchenbildung kam: Brandt/Scheel; Kohl/Genscher; Schröder/Fischer. Ein Kabinett der Antagonisten – Friedrich Merz/ Annalena Baerbock – wäre für niemanden eine Verlockung. Das wäre kein Neuanfang, sondern programmierter Streit.
5. Auch innerhalb der Wirtschaft verliert Merz an Attraktivität. Seine Themen – Steuerreform, Geldwertstabilität und schlanker Staat – sind wichtig, aber in der globalen Konkurrenz nicht mehr spielentscheidend. Die neuen Herausforderungen für Deutschland lauten: Start-up-Finanzierung, Plattform-Ökonomie, Elektrifizierung des Automobils und Künstliche Intelligenz. Aber in der digitalen Welt ist der Jurist Merz kein Meister, sondern ein Quereinsteiger. Längst ist mit Christian Sewing (Deutsche Bank), Christian Klein (SAP) und Ola Källenius (Daimler) eine jüngere Managergeneration am Werk, die in Merz nicht den Aufbruch sieht, sondern den Politiker einer anderen Zeit. Nur noch 17 Prozent der deutschen Führungskräfte sprechen sich derzeit für einen Kanzlerkandidaten Merz aus. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey unter 1500 selbstständigen Unternehmern, leitenden Angestellten und Beamten im höheren Dienst im Auftrag der „Wirtschaftswoche“. Auf Platz eins liegt mit 45 Prozent Bayerns Ministerpräsident Söder. Weit abgeschlagen kommen dann (in Prozent) Merz 17, Laschet 9, Spahn 4, Röttgen 3 und unentschlossen 22.
6. Die typische Merz-Klientel ist wie er: männlich, christlich und lebt im ländlichen Raum. Die Probleme der CDU aber liegen bei den Jüngeren, den Frauen und in den Metropolen. Das bedeutet: Der 64-Jährige stärkt die Stärken der CDU, aber hilft nicht, neue Wählerschichten anzusprechen. Er ist, um mit den harten Worten der US-Kampagnenplaner zu sprechen, ein „one trick pony“. 
7. Merz ist Solist und kein Teamspieler. Alle infrage kommenden Kandidaten für den CDU-Vorsitz und die Kanzlerschaft sind sich einig in dem Ziel, ihn verhindern zu. Armin Laschet hat es ihm bei einem vertraulichen Treffen im Industrie-Club von Düsseldorf auch genau so gesagt: „Friedrich, du wirst es schon mal auf keinen Fall.“ 
Fazit: Merz hat den innerparteilichen Wettbewerb noch nicht verloren, aber ihm rennt die Zeit davon und neue Themen stehen auf der Agenda. Der Zeitgeist sucht sich andere Politiker. Der legendäre US-Unternehmer Henry Ford sagte einmal: „Erfolg besteht darin, genau jene Fähigkeiten zu besitzen, die im Moment gefragt sind.“ Friedrich Merz ist demzufolge aus der Zeit gefallen.

CDU in Sachsen-Anhalt will Rundfunkgebühr nicht erhöhen

© ARD-Hauptstadtstudio – Foto Wolfgang Scholvien

Am 12. März 2020 debattierte die Ministerpräsidentenkonferenz über die Erhöhung des monatlichen Rundfunkbeitrags von aktuell 17,50 auf 18,36 Euro. Die Ministerpräsidenten stimmten dafür – nur Sachsen-Anhalt hatte sich der Stimme enthalten. Damit die Erhöhung aber ab 1. Januar 2021 in Kraft treten kann, müssen in den nächsten Monaten alle 16 Landes-Regierungen und -Parlamente zustimmen. Nun wächst der Widerstand gegen die Erhöhung in Sachsen-Anhalt in der CDU-Fraktion. Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff ist kein Freund einer erhöhten Rundfunkgebühr. Zudem wird 2021 ein neuer Landtag gewählt. Seit Wochen tobt in Sachsen-Anhalt ein Streit der dort regierenden Kenia-Koalition und der könnte sich bundesweit auswirken. Die drei Regierungsparteien CDU, SPD und Grüne in Magdeburg können sich nicht darauf einigen, ob sie einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags zustimmen sollen oder nicht. Der Medienausschuss im Landtag wurde am 29. April verschoben, weil die Positionen zu weit auseinander liegen. Die CDU-Fraktion will den Beitrag für den ÖRR nicht erhöhen, die Grünen hingegen schon. Und die SPD laviert um die Lösung herum. Kommt aber im Magdeburger Landtag keine Mehrheit für eine Erhöhung zustande, kippt der sogenannte „Erste Medienänderungsstaatsvertrag“ – und es würde keine Gebührenerhöhung geben. Die wirtschaftlichen Folgen für ARD und ZDF, Deutschlandfunk und Arte wären gewaltig. Und damit könnte die Gebühr ein medienpolitisches Erdbeben auslösen. Denn mit Hilfe der AfD, könnte die CDU das Vorhaben nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch in Thüringen kippen. 
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Der ÖRR kann mehr – Kultur pur ab 21 Uhr

Das Coronavirus hat große Teile der Gesellschaft lahmgelegt und dazu zählt auch der Kunst- und Kulturbereich. Fast alle Veranstaltungen sind abgesagt und ein Ende ist aktuell nicht in Sicht. Daher springen die elektronischen Medien ein, um Kultur und Bildung und weitere private und öffentliche Veranstaltungen per Livestream oder auch über die Programme zum Publikum zu bringen. Alle öffentlich-rechtlichen (und auch private) Anbieter haben spezielle Angebote online gestellt und auch den Mediatheken kommt eine besondere Aufgabe zu. „Durch Corona entstehen erhebliche Leerstellen im kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Der RBB tritt an, um diese gemeinsam mit den Kulturinstitutionen zu schließen“, sagte RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. „Wir gehen aktuell auf verschiedene Bühnen zu, um mit ihnen gemeinsam ihre Produktionen, sei es Theater, Oper oder Konzert, zu den Menschen in Berlin und Brandenburg zu bringen. Wenn das Publikum nicht mehr in die Häuser kann, bringt der RBB die Programme eben zum Publikum“ (dwdl.de 12.3.20). 

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Der Rundfunkbeitrag soll 2021 erhöht werden

Seit November war es schon bekannt und die KEF (Kommission zur Ermittlung der ör Rdf.-Finanzen) hat am 20.2.2020 mitgeteilt: Der Rundfunkbeitrag soll ab 1.1.2021 um 86 Cent auf dann 18,36 Euro angehoben werden. Am meisten Abstriche machte die KEF bei der ARD, die aber auch mit Abstand der größte Empfänger ist. Hier verringerte man den angemeldeten Finanzbedarf um rund eine Milliarde Euro, beim ZDF waren es 460 Millionen und beim Deutschlandradio immerhin noch 37 Millionen. Von der empfohlenen Beitragserhöhung entfallen 47 Cent auf die ARD, 33 Cent auf das ZDF und 4 Cent auf das Deutschlandradio. Zwei Cent der Erhöhung sind der Anteil, den die Landesmedienanstalten enthalten. 

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Frontal-Angriff von Johnson auf die BBC

Foto bbb.co.uk

Der neue Premierminister Boris Johnson startet einen Frontal-Angriff auf die BBC und will laut einem Bericht der englischen Tageszeitung „Sunday Times“ die ör Rundfunkgesellschaft BBC drastisch umbauen. Die Zeitung beruft sich auf ein internes Papier. Demnach soll die allgemeine Rundfunkgebühr (Licence Fee) für die BBC abgeschafft und durch ein Abomodell ersetzt werden. Dabei war Johnson Korrespondent in Brüssel, Kolumnist und Herausgeber eines politischen Magazins, doch mittlerweile steht er als Premierminister mit vielen Medien auf Kriegsfuß. Demnach sieht die Planung der Regierung vor, die BBC auf einen Rumpfbestand, der über Abonnements und Werbung finanziert wird, zu reduzieren und den Sender wieder stärker auf seine eigentliche Kernaufgabe, den World Service auszurichten. Die vielen Radio- und Fernsehsender, die die BBC zwischenzeitlich aufgebaut hat, sollen privatisiert und verkauft werden, das Online-Angebot der BBC im Ausmaß deutlich reduziert werden.

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Die Tagesthemen bekommen mehr Sendezeit – der Sport nicht mehr Geld

Pinar Atalay - Tagesthemen - Foto NDR/Thorsten Jander

Moderatorin Pinar Atalay  © NDR/Thorsten Jander

Auf der ARD-Pressekonferenz am 12.2.2020 in Köln haben der ARD-Vorsitzende, WDR-Intendant Tom Buhrow und der ARD-Programmdirektor Volker Herres, einige Neuerungen für das ERSTE bekanntgegeben. Danach sei, so Buhrow, bereits beschlossen, die „Tagesthemen“ am Freitag um 15 auf 30 Minuten zu verlängern (21.45 bis 22.15 Uhr). Auch wenn damit die „Tagesthemen“ und das „heute-journal“ sich um 15 Minuten überlappen werden. Das sei „absolut vertretbar“, sagte Herres. Der Intendant des ZDF, Thomas Bellut, sei von Herres auch schon informiert worden. Die Antwort steht noch aus. 

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Das ZDF wird sparen – aber sich reformieren ?

ZDF-Intendant Thomas Bellut – Foto ZDF.de

Am 20. Februar wird die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs von ARD, ZDF und Deutschlandradio (KEF) ihre endgültige Empfehlung zur Beitragshöhe von 2021 an bekanntgeben. Danach wird der Rundfunkbeitrag von monatlich 17,50 auf dann 18,36 Euro steigen. ZDF-Intendant Thomas Bellut rechnet damit und er wird nicht lauthals dagegen protestieren. Damit erkennt Prof. Dr. Bellut den Abschlag der KEF bei dem vom ZDF angemeldeten Mehrbedarf und er akzeptiert, dass der künftige Rundfunkbeitrag bei den 16 Ministerpräsidenten und den 16 Länderparlamenten eine 16:0-Mehrheit bekommen muss. „Den geringen Anstieg halte ich für mehrheitsfähig in allen Landtagen“, sagte der ZDF-Chef beim Pressegespräch am Mittwoch 22.1.2020 in Berlin (Tagesspiegel 23.1.2020). Die künftigen Budgets werden mit Kürzungen in der Programmleistung einhergehen müssen, aber keinesfalls wird das ZDF in der Prime Time und bei der Kultur sparen.

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Jetzt aktiv werden! Bürger sagen Ihre Meinung!

Für das bestehende duale Rundfunksystem plädieren 74 Prozent der Bürger. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL, ist nur knapp die Hälfte der Befragten der Meinung, dass ARD und ZDF ihren Programmauftrag gut (39%) bzw. sehr gut (9%) erfüllen.

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Wenn ich im Jahr 210 Euro übrig hätte, würde ich das Geld ausgeben für… Hier können Sie Politikern und Rundfunk-Intendanten direkt mitteilen, wofür Sie ihr kostbares Geld ausgeben würden, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk über Steuern finanziert würde.

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Haben auch Sie sich schon öfters über die deutschen Radio- und Fernseh-Programme geärgert? Über die Sendungen und ihr Niveau? Über die ausgestrahlten Angebote und die fehlenden Sendungen mit neuen Ideen?

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GEZ Rundfunkbeitrag

… für Existenzgründer, Klein-Unternehmer, Geringverdiener und Familien und zahlen die Rundfunk-Gebühren für jeweils ein Jahr.

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Außenansicht des Reichstagsgebäudes am Tag der Ein- und Ausblicke im Deutschen Bundestag.
Besucher auf dem Platz der Republik.
TEA, Westansicht, Westeingang

Ordnungsnummer: 3652288
Ereignis: Tag der Ein- und Ausblicke,Liegenschaften, Architektur
Gebäude / Gebäudeteil : Reichstagsgebäude, Außenansicht
Nutzungsbedingungen: http://www.bundestag.de/bildnutz

Es werden nur einfache Nutzungsrechte eingeräumt, die ein Recht zur Weitergabe der Nutzungsrechte an Dritte ausschließen.

Der Bundestag mit aktuell 709 Abgeordneten ist zu groß und zu teuer – eine Reduzierung auf 450 Mitglieder ist völlig ausreichend …

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Andrea Nahles – Sieg oder Niederlage

SPD-Partei- u. Fraktions-Vors. Nahles (Foto ARD.de)

Die SPD war eine große und stolze Volks-Partei mit Bundeswahl-Werten von über 40 Prozent. Aber diese goldenen bzw. roten Wahlzeiten sind für immer vorbei. Seit einigen Jahren rast der SPD-Zug ungebremst eine Steilküste hinunter, obwohl die Lokführer bzw. Partei-Chefs ständig ausgewechselt wurden. Deren Namen kennen Journalisten und Bürger bis zum Überdruss. Und das Ende der stolzen Partei ist mittlerweile ein Drama im sozialdemokratischem Genossen-Theater. Zur besten Sende- und Schreiblaune der Medienwelt läuft das große Finale: Das Ende ist Nahles – Kollaps der SPD ?!

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Politiker brauchen den oldenburgischen Mut

Wie ein gordischer Knoten zerschlagen werden kann

Es gibt Situationen, da gibt es weder ein vor noch ein zurück. Dann handelt es sich in der Regel um ein kompliziertes und komplexes Themengeflecht von großer Tragweite. Politiker treten mit vielen (schönen) Worten in der Öffentlichkeit auf und organisieren unzählige Diskussionsrunden hinter verschlossenen Türen. Und während Politiker (und auch Experten) sich die Köpfe heißreden, haben die Bürger längst gemerkt, dass der „Karren“ festgefahren ist und die gewählten Volksvertreter keine Lösung anbieten können. Auf die Idee, auch mal den ausgelatschten Trampelpfad zu verlassen, um so den gordischen Knoten zu zerschlagen, kommen sie nur selten oder nie.

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Aufgeblähter Bundestag in Zukunft mit 830 Abgeordneten ?

Besucher beim Hinaufgehen zur Aussichtsplattform der Kuppel über die spiralförmige Rampe. Links der verspiegelte Rüssel und ein Teil des Sonnensegels.

Wahlrechts-Debatte: Vertrauliche Runde mit Bundestagspräsident Schäuble muss „Quadratur des Kreises“ lösen

Die dramatischen Bewegungen bei den Wahlergebnissen der letzten Zeit wirken sich auch auf die Wahlrechts-Debatte aus. Verluste für die (Volks-) Parteien CDU, CSU und SPD und starke Gewinne für die Grünen und die AfD, werden die Anzahl der Überhang- und Ausgleichsmandate bei den nächsten Bundeswahlen erheblich anschwellen lassen.
Als sich der Bundestag vor einem Jahr konstituierte, war er mit 709 Abgeordnete (MdB`s) der größte aller Zeiten – mit 111 Mandaten über der gesetzlichen Mindestgröße von 598. Die Wahlrechtsreform von 2012 hat es möglich gemacht. Es wurde beschlossen, Überhänge durch zusätzliche Mandat auszugleichen, sodass der Parteienproproz, welcher sich aus den Zweitstimmen ergibt, sich auch in der Sitzverteilung widerspiegeln muss. Zu Beginn der neuen Legislaturperiode hat sich eine kleine Gruppe aus sieben Abgeordneten aller Bundestagsparteien unter dem Vorsitz von Wolfgang Schäuble konstituiert. Die Runde tagt vertraulich und soll Pläne erarbeiten, wonach die Bundestagsgröße nicht noch weiter ausufert und einigermaßen berechenbar bliebt. Es ist wie die „Quadratur des Kreises“, so Schäuble.

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Krawalle in Chemnitz: Was ist bloß los im Osten?

Liegt die Verantwortung für die Ausschreitungen in Chemnitz „nur“ bei einigen gewaltbereiten Rechtsradikalen? Inwiefern ist es (auch) das Ergebnis von 40 Jahren DDR? Dazu ein Gastkommentar von Rüdiger Jope, gebürtiger Sachse und Chefredakteur des Männermagazins MOVO.
Die Bilder aus Chemnitz sorgten bei mir für einen Flashback. Rückblende: In der sächsischen Kleinstadt, in der ich bis vor einigen Jahren als Pastor tätig war, gab es 2010 das Ansinnen, einen offenen Jugendstrafvollzug einzurichten. Gebäude waren vorhanden, erste Gespräche mit der Stadt liefen. Dann griff die Presse das Thema auf. Am nächsten Morgen entdeckte ich bei meinem Bäcker neben Brötchen und BILD-Zeitung Unterschriftslisten. Die „Wutbürgerwelle“ rollte. Es brodelte im Ort.

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100 Tage SPD-Vorsitzende Andrea Nahles – Praxisschock auf Bayern-Tour

Droht ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition ?  

Gewählt mit nur 66,4% an die Parteispitze, droht Nahles und der SPD bei der Bayernwahl am 14.10.2018 mit 13% ein Desaster. In Fürth (bei Nürnberg) holte die Partei über 50% und Oberbürgermeister Jung wurde mit stolzen 73% gewählt. Nahles: „Wie habt ihr das geschafft?“ Überschaubarkeit, soziale Kontrolle, keine Anonymität, „außerdem schafft der Mindestlohn sozialen Frieden“, so Jung. Doch OB Jung hat noch andere Botschaften: Aus Bulgarien und Rumänien kämen Familien, teils Roma, mit acht, neun Kindern, „das sind oft Analphabeten, und sie verursachen Riesenärger“. Mit Jobscheinanmeldungen erhielten sie Zugriff auf Sozialleistungen. Das hiesige Kindergeld lockt kräftig an. „Wir müssen eine gemeinsame Linie abstimmen“, sagt Nahles, „etwas machen, was funktioniert.“ Ein Kraftakt, denn die Sache mit dem Kindergeld ist ein Beispiel für den Widerspruch in Nahles’ Partei: SPD-Kommunalpolitiker wollen praxisnahe Lösungen für den Alltag.

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Merkel, Erbfolgerin des deutschen Widerstands

Sommer-Pressekonferenz von A. Merkel am 20.7.18

„Die Frage, wie wir in Europa vorgehen, ob wir das einseitig machen, ob wir das unabgestimmt machen, ob wir das zu Lasten Dritter machen, ja oder nein, ist für mich eine zentrale Frage meiner Politik“, sagte Merkel. „Diese Pressekonferenz findet am 20. Juli statt. Der 20. Juli ist nicht irgendein Tag in der deutschen Geschichte. Viele Menschen haben ihr Leben für Europa, für ein gemeinsames Europa gelassen. Das sehe ich schon als einen wichtigen Auftrag an, der im Übrigen auch schon in der Präambel des Grundgesetzes niedergelegt ist.“ Der 20. Juli als Begründung für ihre Unbeugsamkeit in der Flüchtlingsfrage: Das ist eine verblüffende Konstruktion. Sie sagt viel über die Kanzlerin im 13. Jahr ihrer Regentschaft. Man könnte sogar zur Meinung gelangen, dass sie nahezu alles sagt.

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Jeder Mensch braucht ein Zuhause

Illustration Simon Neufeld

Pressekonferenz des Caritasverbandes zur Jahreskampagne 2018

Die Suche nach einer Wohnung gestaltet sich für immer mehr Menschen als nahezu aussichtsloses Unterfangen. In vielen Großstädten und Ballungszentren ist es kaum möglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Knapper Wohnraum und steigende Mieten treffen mittlerweile nicht nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Menschen aus der Mittelschicht, die als Pfleger, Polizist, Krankenschwester oder Erzieherin arbeiten, spüren ebenfalls, dass bezahlbarer Wohnraum Mangelware geworden ist. Das Problem hat die Mitte der Gesellschaft erreicht.

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Friedrich Merz werden kaum noch Chancen für CDU-Vorsitz und Kanzleramt eingeräumt – Foto: cdu.de 

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Berlin mit Fernsehturm
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Infografik: Deutsche wollen auch auch über Rundfunkbeitrag abstimmen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
Foto MDR: Funkhaus Magdeburg

Der Rundfunk-Beitrag wird stabil bleiben!

Die Bundesländer wollten eigentlich den öffentl.-rechtl. Rundfunk reformieren. Dazu wurde 2016 die Arbeitsgruppe „Auftrag und Strukturoptimierung“ eingerichtet. Der Sendeauftrag sollte neu definiert, der (Behörden-) Betrieb optimiert und die Ausgaben reduziert werden. Und der Rdf.-Beitrag nicht ins uferlose steigen. Doch davon wollen die Landespolitiker nichts mehr wissen. Die Medienpolitik dreht sich im Kreis und die Chefs der Sendeanstalten fordern weitere 750 Millionen Euro jährlich. Obwohl ARD und ZDF pro Jahr über 9 Milliarden Euro verfügen. Dazu sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) aus Mainz, dass der Finanzbedarf die Höhe des Beitrags bestimmt und nicht umgekehrt. Denn beim Thema „Beitragsstabilität“ dürfe man nicht vergessen, dass sich die „Rahmenbedingungen der Auftragsentwicklung“ änderten und der „Kostenaufwand“ steige. Deshalb gehe es um eine „relative Beitragsstabilität“. Doch, welche Erhöhung gilt noch als „relativ stabil“, wenn der Beitrag auf 19 oder sogar 20 Euro steigt? Und nein, nicht die Höhe der Ausgaben bestimmt die Beitragshöhe, sondern der öffentl.-rechtl. Auftrag mit anspruchsvollen Programmen und verantwortungsbewussten Ausgaben. Aber ohne gigantische Fußball-Millionen, 8.800 Krimis im Jahr und 19 Fernseh- und 76 Hörfunk-Programme. Daher gilt: Weniger ist mehr! Einfach mehr Programm-Qualität. Und auch noch wichtig, die nächsten Wahlen stehen vor der Tür.

Berlin - Bundeskanzleramt
ZDF-Sendezentrale - Mainz - Foto ZDF.de
NEONLICHT

„Wir müssen reden!“

Ja, das müssen wir. Probleme gibt es wie Sand am Meer – sie brennen uns Bürgern auf den Nägeln. Und bei 97 Radio- und Fernseh-Programmen von ARD & ZDF wird es doch wohl ein Mikrofon – oder auch mehrere – für uns interessierte Bürger geben. Das Bitten wurde nach unzähligen Monaten in der RBB-Führungsetage erhört und so startet der neue politische Bürgertalk „Wir müssen reden!“ Er wird live von wechselnden Orten in Berlin und Brandenburg übertragen und das Besondere – kaum zu glauben: „es geht vor allem um die Meinung der Bürgerinnen und Bürger.“ Endlich dürfen wir Bürger nicht nur den ÖRR finanzieren (der uns ohnehin gehört), jetzt dürfen wir auch neben den Politikern sitzen und Klartext reden. Und weiter: „Ob im Studio oder zu Hause, wir wollen mit Ihnen diskutieren. Über welchen Kanal, das entscheiden Sie.“ Es geschehen doch noch (kleine) Wunder beim ör Rundfunk – die Demokratie ist noch nicht eingeschlafen. Oder liegt es nur daran, dass Wahlen vor der Tür stehen, die „Volksparteien“, z.T. die SPD, nur noch jeden zehnten Wähler überzeugen können und wohlmöglich die ruhigen Zeiten für Politiker, Funktionäre und Redakteure vorbei sind? Und damit die Demokratie eine Zukunft hat, müssen wir miteinander reden. Gut so. Warum nicht schon früher?

Foto MDR: Funkhaus Leipzig
Foto HR: Funkhaus Frankfurt
Foto SWR: Funkhaus Stuttgart

Neue Artikel

Überblick 19 Fernseh- und 76 Hörfunk-Programme von ARD & ZDF

Fernseh-Programme

Anmerkungen: Radio Bremen und Saarländischer Rundfunk (SR) strahlen keine eigenen Programme aus – sie beteiligen sich an den Programmen NDR-FS bzw. SWR-FS. Zu bestimmten Sendezeiten werden für die Länder Bremen und Saarland eigene Sendungen (Aktuelles, Politik, Sport) von der jeweiligen Sendeanstalt ausgestrahlt. Das junge Programm FUNK bietet seine Sendungen nur online an.

9 Landesrundfunk-Anstalten im ARD-Verbund

Hörfunk-Programme & Web-Channels der 9 Landesrundfunk-Anstalten und des Deutschlandradios

 Landes-Infor.- u. Musik-Prog.
(Pop / Softpop)
Schlager-Radios
(z.T. mit Softpop,
Oldies, Evergreens)
Pop- u.
Service-Wellen
(z.T. mit
Ak., Rock)
Junge Radios
(Alternativ-
Musik
u. Infos)
Info-Radios
(Aktuelles
u. Sport)
Anspruchsvolle
Infor.- u. Kultur Programme
Kultur-Programme
16x8x9x9x7x3x11x
NDR 1
Niedersachsen
Welle Nord / SH
Hamburg 90,3
Radio MV
NDR Plus*NDR 2N-JoyNDR InfoNDR Kultur
Bremen EinsBremen VierBremen NEXTBremen Zwei
Berlin 88,8
Antenne Brandenburg
Radio EinsFritzInfo-RadioKultur-Radio
MDR 1
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
MDR
Schlagerwelt*
(mit Regional-Nachr./3 Länder)
MDR JumpMDR SputnikMDR AktuellMDR Figaro
MDR Klassik*
WDR 2 / NRW
(Aktuelle Welle)
WDR 4WDR-1LIVE
z.T. Junge
Generation
1LIVE-DIGGI*WDR 5WDR 3
HR 1 / HessenHR 4HR 3You FMHR infoHR 2
SWR 1
B.-Württemberg
Rheinland-Pfalz
SWR 4
B.-Württemberg
Rheinland-Pfalz
SWR 3Das Ding*SWR-Info*SWR 2
SR 3 / SaarlandSchlagerwelt*SR 1Unser Ding*Antenne SaarSR 2
BR 1 / BayernBR plus*BR 3BR Puls*B5 aktuellBR 2BR Klassik
DeutschlandfunkDLF Kultur
Insgesamt: 63 Programme (davon 10 nur online*)

Weitere 2 Programme / 4 Web-Channels* / 7 Ergänzungs-Programme (E) (insgesamt 13)

NDR (3)Blue* ("Musik abseits der
Charts")


Info Spezial (u.a. Infor.,Sport, Parl.-Debatten,
für Ausländer)
Traffic (E - Verkehr)
MDR (2)Sachsen - Sorbisches Prog. (E)Sachsen extra (E - Sport, Parl .-Debatten)
WDR (4)Cosmo (Infor. u. Welt-Musik) KiRaKa* (für Kinder)Event (E – Sport,
Parl.-Debatten)
Vera (E - Verkehr)
BR (3)Heimat* (Volkstümliche Musik)B5 plus (E – Sport, Parl.-Debatten)B5 Verkehr (E)
DRadioDeutschlandfunk Nova*(Pop-Musik und Wissen)
weitere Web-Channels* (76) - Insgesamt: 152 Hörfunk-Programme und Web-Channels - Stand 6.9.2017
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