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Die verflixte 13. Etage im RBB


RBB-Intendantin Katrin Vernau - Foto RBB


Der Rundfunk Berlin-Brandenburg ist immer für Überraschungen gut. Das Dasein einer ör

Sendeanstalt besteht eigentlich nur darin, qualitative Sendungen herzustellen und auszu-strahlen. In Berlin beim RBB gehen die Uhren aber anders. Während das zentrale ZDF seit 11 Jahren die Marktführer-Position inne hat, verliert das regionale RBB-FS stetig an Resonanz und hat sich mit dem Programmangebot unter den 7 ARD-Dritten den letzten Platz erworben. Der ESC (EuroSongContest) lässt grüßen. Das Niveau des RBB-Dritten hat mit einer Hauptstadt und dessen Anspruch auf Qualität wenig gemein. Und wegen der Finanznot hat sich das Konserven-FS wie ein Mücken-schwarm ausgebreitet und vertreibt die Zuschauer.

Dafür aber macht der RBB seit 12 Monaten meisterhaft Schlagzeilen. Zu verdanken hat er es Patricia Schlesinger. In wenigen Monaten ist es der ehem. NDR-Abteilungsleiterin gelungen schrittweise einen Hofstaat im Funkhaus zu errichten. Mit Gleichgesinnten und Günstlingen hat die halblinke Schlesinger (sie moderierte PANORAMA) ein finanzielles Chaos entfacht und den RBB fast in den Ruin getrieben. So wollte sie ein teures Medienhaus bauen, die (13.-) Chefetage für eine Mio. Euro umbauen lassen, für sich einen Luxus-Dienstwagen angeschafft und für alle 27 „Führungskräfte“ ein fettes Boni-System eingeführt. Sie hat Millionen Euro zum Fenster hinaus geworfen und nun müssen binnen zwei Jahren 49 Mio. Euro irgendwie einge-spart werden.

Nach einem heftigen Erdbeben im RBB, ausgelöst durch eine Springer-Zeitung, wurden Schlesinger und die gesamte Führungsgruppe hinweggespült, das Boni-System abgeschafft und der RBB finanziell auf Diät gesetzt. Aus Köln reiste WDR-Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau an und sorgte in kurzer Zeit für eine Durchlüftung im gesamten Funkhaus, sie hat Ordnung ins System gebracht. Die studierte Ökonomin wurde aber nur für ein Jahr als Übergangs-Intendantin gewählt und so erfolgt am 16. Juni eine reguläre Wahl von fünf Jahren.

Für den Posten haben sich drei Frauen und ein Mann beworben. Bei den RBB-Mitarbeitern kommen die drei Möchtegern-Intendantinnen nicht gut an. Von einem „Horror-Trio“ ist die Rede, „das letzte Aufgebot“. Und Bewerber Weyrauch aus Bremen war zu Beginn mit dem reduzierten Intendanten-Gehalt nicht einverstanden, dieses soll von 295.000 auf 177.000 Euro reduziert werden. In Bremen verdient der Prog.-Direktor rd. 214.000 Euro, Schlesinger gönnte sich 340.000 Euro im Jahr.

Katrin Vernau hielt eine Bewerbung nicht für notwendig, „sie kennen mich, ich habe beim RBB aufgeräumt, man wisse ja, wofür sie stehe“ - so denkt Frau Vernau. Hatte sie vom Rundfunkrat eine Extra-Einladung zur Bewerbung erwartet? Dieses hat der Rat aber mit Mehrheit abgelehnt – es gelten beim RBB nach Schlesinger erst recht demokratische Regeln. Hat Katrin Vernau nur gepokert oder ist es doch eine Strategie? Sie konnte sich bei vier Konkurrenten nicht sicher sein gewählt zu werden und der Rundfunkrat sei ja zur "Bestenauslese" verpflichtet, sie selber sei bereit, den RBB weiter zu führen – sie habe sich in Berlin und Brandenburg verliebt.

Nun ist Katrin Vernau aus dem Rennen, sie kann ohne Gesichtsverlust zurück an den Rhein und evtl. ihren alten Direktorenposten übernehmen. Oder sie bereitet sich auf die Nachfolge von WDR-Intendant Buhrow vor, im Jahr 2024 wird in Köln gewählt. Mit Tina Hassel als Leiterin vom ARD-Hauptstadtstudio, wäre die Konkurrenz aber gewichtiger als beim RBB. Die 13. Etage im RBB ist, auch und gerade für Frauen, kein Gewinnerort. Hätte der RBB mehr Geld, könnte er die Chefetage in die 14. Etage verlegen. Von dort werden derzeit Rundfunk-Sendungen übertragen und der Begriff Transparenz wird groß geschrieben. Der RBB kommt nicht aus den Schlagzeilen.


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