ARD-Chef Buhrow: Sparen mit „Projekt 8“



"Wo die ARD im Jahr 2030 steht". Unter diesem Titel hatte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow in einem FAZ-Gastbeitrag (23. März 2021) skizziert, welche großen Aufgaben in den kommenden Jahren vor dem ARD-Senderverbund liegen und wie diese zu lösen sein könnten. So stellt Buhrow unter anderem fest, dass die ARD auf dem Weg zu einem "non-linearen Content-Netzwerk" sei. Die non-lineare Nutzung werde die klassische, lineare Nutzung von Medieninhalten in rund neun Jahren abgelöst haben. Fernsehprogramme werden dann der Vergangenheit angehören.


Tom Buhrow wäre aber nicht der ARD-Vorsitzende, der einfach nur abwartet und die komplexe Arbeit seinen Mitarbeitern (Männer wie Frauen) überlassen würde. Nein, der Rheinländer Buhrow war in den letzten Monaten sehr aktiv und kreativ. Die „Süddeutschen Zeitung“ hatte ihn vermisst und Claudia Tieschky fragte am 23. März 2021, ob er überhaupt noch lebt. Ja, der WDR- und ARD-Chef Tom Buhrow ist lebendig und hat ein sehr interessantes Reformwerk vorgelegt – „Projekt 8“. Schon in diesem Jahr soll das ambitionierte „Projekt 8“ realisiert werden, wenn die Landespolitiker zustimmen. „Sollten in den Funkhäusern einige Zeitgenossen auf den Bremsen stehen, werden wir Beschleunigungs-Manager einsetzen um die notwendigen Reformen zügig umzusetzen“, so Buhrow in deutlichen Worten.


Intern sind sich die Führungsköpfe bei ARD und ZDF natürlich darüber einig, dass aktuell zu viele Fernseh-Programme angeboten werden, die sich über viele Stunden an die gleichen Zielgruppen richten. Da der eingeplanten Gebührenerhöhung durch Sachsen-Anhalt unerwartet der Todesstoß traf und somit 1,5 Milliarden Euro (für 4 Jahre) in den Kassen fehlen, hat Tom Buhrow die Notbremse gezogen – von den Medien diesmal unbemerkt. „Würden wir jetzt nicht handeln, stehen wir bald am Abgrund. Radio Bremen, Saarländischer und Hessischer Rundfunk funken seit Wochen nur noch SOS, ihnen fehlen große Finanzsummen“, so Buhrow. Und er hatte den Bürgern vor Monaten schon versprochen: „Wir werden Programme reduzieren und die Menschen werden es merken“. Nun wird das Versprechen eingelöst, in Kooperation mit dem ZDF und Intendant Thomas Bellut.

Was bedeutet „Projekt 8“ nun konkret? „Die Anzahl der Fernseh-Programme wird kontinuierlich von 19 auf 8 reduziert und aufgelöste Programme werden in neue Programme integriert“, so Buhrow kurz und knapp. Hauptprogramme bleiben ARD „Das Erste“ (mit "Tagesschau24") und ZDF (mit „neo“) und ein bundesweites Drittes mit zeitlichen Landesfenstern zu bestimmten Uhrzeiten (Auseinanderschaltungen). Für das neue Dritte wird noch ein guter Name gesucht - die Bürger können Vorschläge einreichen. Für Dokus und Live-Politik ist „Phoenix“ (mit „ZDFinfo“) zuständig und auf dem „KiKa-Kanal“ (für Kinder und Schüler) wird das „Kultur-Forum“ (mit „3sat) ab 20:30 Uhr senden. Für die junge Generation sendet „Funk-TV“ (u.a. mit „one“) und „Arte“ (mit „Alpha“) bleibt ein europäischer Anbieter.


„Auf diese Weise kann über eine Milliarde Euro eingespart werden, die konkrete Summe kann ich aber erst Anfang 2022 beziffern“, sagte Tom Buhrow sichtlich erfreut. „Der ÖRR hat eine gute Zukunft und mit den Reformen konzentrieren wir uns auf das Wesentliche. Zudem werden wir mit den neuen Angeboten auch das jüngere Publikum erreichen und überzeugen.“ Da ist sich der ARD-Vorsitzende Buhrow absolut sicher.



Hinweis zum 1. April: Lebt #Buhrow noch, fragte @claudiatieschky am 23. März. Ja! Ob er aber in puncto #ÖRR-Reformen aktiv ist, wissen wir nicht! Leider ist Artikel betr. "Projekt 8" nur ein (sinnvoller) #Aprilscherz. Dabei könnten ü. 1 Mrd € eingespart werden.

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