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Großer Ärger im ZDF


Markus Lanz - Foto © ZDF / Markus Hertrich


Meinung von Hans-Jürgen Kupka


Die Spatzen haben es schon immer von den Dächern in Mainz-Lerchenberg gepfiffen – Markus Lanz ist Spitzenverdiener im ZDF. Jetzt ist es amtlich: es sind jährlich 1,9 Mo Euro. Und im nächsten Jahr steigt der Betrag sogar auf 2,1 Mio Euro. Gleichzeitig fordert Intendant Dr. Norbert Himmler für 2025 eine Gebührenerhöhung von monatlich 58 Cent auf dann 18,94 Euro. Insgesamt fordern ARD, ZDF und DLF 250 Mio Euro zusätzlich pro Jahr – bei derzeit rd. 10,8 Mrd Euro (davon 8,5 Mrd Euro aus dem Rundfunkbeitrag) für die 13 ör Sendeanstalten (inkl. Arte und DW). Wer außerhalb der Funkhäuser kann das noch verstehen? Natürlich niemand. Weitere „Spitzenverdiener“ sind Horst Lichter („Bares für Rares“) mit 1,7 Mio und Oliver Welke („heuteshow“) mit 1,18 Mio Euro. Dagegen ist Jan Böhmermann ein Leichtgewicht mit 651.000 Euro pro Jahr, mit einer Steigerungsklausel auf 713.000 von 2025 an, wie die „Welt am Sonntag“ vor einiger Zeit herausfand. Und weitere Gehälter sind dank einer WamS-Publikation bekannt geworden: Johannes B. Kerner 630.000, Maybrit Illner 480.000 (brutto), Andrea Kiewel 400.000 Euro, Marietta Slomka 393.750 (brutto), Christian Sievers 350.000 (brutto), Rudi Cerne 382.000 (brutto), Mai Thi Leiendecker 349.000 und Giovanni Zarella 300.000 Euro pro Jahr. Im Vergleich zu den hohen Summen kommt Intendanten Norbert Himmler auf „nur“ 372.000 Euro (mit allen Zulagen sind es aber auch schöne 421.176 Euro) im Jahr. Die Veröffentlichung sorgt nun im Fernsehrat des ZDF für Ärger.

Aber warum überhaupt diese Geheimhaltung von Gehältern von Mitarbeitern im ÖRR? Der ZDF-Verwaltungsrat hat lt. Protokoll im April 2023 über die hohen Beträge unter dem Tagesordnungspunkt „Vergütungen für die außer- und übertariflichen Mitarbeiter*innen des ZDF 2022 bis 2024“ beraten. Anwesend waren 10 von 12 Verwaltungsräten. Wie „Welt am Sonntag“ berichtet, soll sich der Verwaltungsrat „jüngst“ mit knapper Mehrheit dafür entschieden haben, die Höhe der Honorare nicht zu veröffentlichen. Man kann nur vermuten, wer wie abgestimmt hat. Die Vorsitzende des Verwaltungsrats, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), hat wohl für die Geheimhaltung votiert und ihr Amtskollege aus Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), wohl dagegen. Der MP aus Magdeburg ist seit Jahren ein großer Kritiker des ÖRR. Er prangert den aufgeblähten Apparat, die Geldverschwendung (hohe Gehälter, teure Shows, zu teure Sportrechte) und die zu vielen Programme an. Und er ist prominenter Gegner einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags („das können wir den Menschen im Land nicht mehr zumuten“). Mittlerweile folgen ihm sechs weitere Ministerpräsidenten aus CDU, CSU und SPD.

 

Und so ist es: Der ÖRR braucht nicht mehr Geld, er braucht mehr Programmniveau. Dafür werden aber kluge und kreative Kopfe (gibt es auch in der zweiten Reihe) gebraucht und nicht einige wenige Stars, die mit ihren Gehältern RTL & Co. Konkurrenz machen. Der ÖRR (ARD, ZDF, DLF) hat einen Auftrag zur Programmherstellung und -verbreitung, aber nicht zur Schaffung von lukrativen Arbeitsplätzen. Und die Aussagen von Norbert Himmler (ZDF) und Kai Gniffke (ARD), die hohen Gehälter und Honorare fielen in der Gesamtrechnung nicht ins Gewicht, sind für den ÖRR kein Ruhmesblatt und immer mehr Bürger und Medienexperten sehen dbzgl. ARD und ZDF immer kritischer. Der ÖRR, will er eine sichere Zukunft haben, muss reformiert und demokratisiert werden.

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