Überspringen zu Hauptinhalt

Der ÖRR kann mehr – Kultur pur ab 21 Uhr

Das Coronavirus hat große Teile der Gesellschaft lahmgelegt und dazu zählt auch der Kunst- und Kulturbereich. Fast alle Veranstaltungen sind abgesagt und ein Ende ist aktuell nicht in Sicht. Daher springen die elektronischen Medien ein, um Kultur und Bildung und weitere private und öffentliche Veranstaltungen per Livestream oder auch über die Programme zum Publikum zu bringen. Alle öffentlich-rechtlichen (und auch private) Anbieter haben spezielle Angebote online gestellt und auch den Mediatheken kommt eine besondere Aufgabe zu. „Durch Corona entstehen erhebliche Leerstellen im kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Der RBB tritt an, um diese gemeinsam mit den Kulturinstitutionen zu schließen“, sagte RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. „Wir gehen aktuell auf verschiedene Bühnen zu, um mit ihnen gemeinsam ihre Produktionen, sei es Theater, Oper oder Konzert, zu den Menschen in Berlin und Brandenburg zu bringen. Wenn das Publikum nicht mehr in die Häuser kann, bringt der RBB die Programme eben zum Publikum“ (dwdl.de 12.3.20). 

Mehr Lesen

Der Rundfunkbeitrag soll 2021 erhöht werden

Seit November war es schon bekannt und die KEF (Kommission zur Ermittlung der ör Rdf.-Finanzen) hat am 20.2.2020 mitgeteilt: Der Rundfunkbeitrag soll ab 1.1.2021 um 86 Cent auf dann 18,36 Euro angehoben werden. Am meisten Abstriche machte die KEF bei der ARD, die aber auch mit Abstand der größte Empfänger ist. Hier verringerte man den angemeldeten Finanzbedarf um rund eine Milliarde Euro, beim ZDF waren es 460 Millionen und beim Deutschlandradio immerhin noch 37 Millionen. Von der empfohlenen Beitragserhöhung entfallen 47 Cent auf die ARD, 33 Cent auf das ZDF und 4 Cent auf das Deutschlandradio. Zwei Cent der Erhöhung sind der Anteil, den die Landesmedienanstalten enthalten. 

Mehr Lesen

Frontal-Angriff von Johnson auf die BBC

Foto bbb.co.uk

Der neue Premierminister Boris Johnson startet einen Frontal-Angriff auf die BBC und will laut einem Bericht der englischen Tageszeitung „Sunday Times“ die ör Rundfunkgesellschaft BBC drastisch umbauen. Die Zeitung beruft sich auf ein internes Papier. Demnach soll die allgemeine Rundfunkgebühr (Licence Fee) für die BBC abgeschafft und durch ein Abomodell ersetzt werden. Dabei war Johnson Korrespondent in Brüssel, Kolumnist und Herausgeber eines politischen Magazins, doch mittlerweile steht er als Premierminister mit vielen Medien auf Kriegsfuß. Demnach sieht die Planung der Regierung vor, die BBC auf einen Rumpfbestand, der über Abonnements und Werbung finanziert wird, zu reduzieren und den Sender wieder stärker auf seine eigentliche Kernaufgabe, den World Service auszurichten. Die vielen Radio- und Fernsehsender, die die BBC zwischenzeitlich aufgebaut hat, sollen privatisiert und verkauft werden, das Online-Angebot der BBC im Ausmaß deutlich reduziert werden.

Mehr Lesen

Die Tagesthemen bekommen mehr Sendezeit – der Sport nicht mehr Geld

Pinar Atalay - Tagesthemen - Foto NDR/Thorsten Jander

Moderatorin Pinar Atalay  © NDR/Thorsten Jander

Auf der ARD-Pressekonferenz am 12.2.2020 in Köln haben der ARD-Vorsitzende, WDR-Intendant Tom Buhrow und der ARD-Programmdirektor Volker Herres, einige Neuerungen für das ERSTE bekanntgegeben. Danach sei, so Buhrow, bereits beschlossen, die „Tagesthemen“ am Freitag um 15 auf 30 Minuten zu verlängern (21.45 bis 22.15 Uhr). Auch wenn damit die „Tagesthemen“ und das „heute-journal“ sich um 15 Minuten überlappen werden. Das sei „absolut vertretbar“, sagte Herres. Der Intendant des ZDF, Thomas Bellut, sei von Herres auch schon informiert worden. Die Antwort steht noch aus. 

Mehr Lesen

Das ZDF wird sparen – aber sich reformieren ?

ZDF-Intendant Thomas Bellut – Foto ZDF.de

Am 20. Februar wird die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs von ARD, ZDF und Deutschlandradio (KEF) ihre endgültige Empfehlung zur Beitragshöhe von 2021 an bekanntgeben. Danach wird der Rundfunkbeitrag von monatlich 17,50 auf dann 18,36 Euro steigen. ZDF-Intendant Thomas Bellut rechnet damit und er wird nicht lauthals dagegen protestieren. Damit erkennt Prof. Dr. Bellut den Abschlag der KEF bei dem vom ZDF angemeldeten Mehrbedarf und er akzeptiert, dass der künftige Rundfunkbeitrag bei den 16 Ministerpräsidenten und den 16 Länderparlamenten eine 16:0-Mehrheit bekommen muss. „Den geringen Anstieg halte ich für mehrheitsfähig in allen Landtagen“, sagte der ZDF-Chef beim Pressegespräch am Mittwoch 22.1.2020 in Berlin (Tagesspiegel 23.1.2020). Die künftigen Budgets werden mit Kürzungen in der Programmleistung einhergehen müssen, aber keinesfalls wird das ZDF in der Prime Time und bei der Kultur sparen.

Mehr Lesen

rbb-Intendantin Schlesinger: „Kosmetische Anpassungen reichen nicht mehr aus“

Eva-Maria Lemke  v. „Kontraste“ Magazin aus Berlin    © rbb/Thomas Ernst

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) muss in den nächsten Jahren 20 Millionen Euro pro Jahr einsparen. 2019 lag der Fehlbetrag bei immerhin 84,6 Mio. Euro – bei Erträgen von 457,6 Mio. und Ausgaben von 542,2 Mio. Euro. „Das ist eine bittere Summe und es wird eine harte Zeit werden“, sagte rbb-Intendantin Patricia Schlesinger am 23. Januar 2020 auf der Jahresauftakt-Pressekonferenz in Berlin. Seit der Fusion von SFB (Berlin) und ORB (Brandenburg) im Jahr 2003 habe der rbb 316 Stellen abgebaut – aktuell sind es rund 2.000. „Wir sind ein schlank aufgestellter Sender mit Kosten für Verwaltung und Gebäudemanagement von sechs Prozent. „Wir werden auch Einschnitte im Programm haben“, sagte Schlesinger. „Kosmetische Anpassungen reichen nicht mehr aus. Wir müssen uns mittelfristig komplett neu aufstellen, was Formatierung, Inhalte und Produktion angeht“, kündigte die rbb-Intendantin die „größte Herausforderung“ seit Sendergründung an. Einerseits müsse der Sender mit seinem linearen Programm besser werden, andererseits sich konsequent am Internet orientieren. „Das ist ein langer, mühevoller, aber zugleich alternativloser Weg – wir müssen zwei Pferde reiten“.

Mehr Lesen

Werden sich die 16 Länder in der Medienpolitik einigen können ?

Der monatliche Rundfunkbeitrag wird wohl von 17,50 € auf 18,36 € erhöht werden. In wenigen Wochen wird die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks) eine Empfehlung bekannt geben und ihren 22. Bericht veröffentlichen. „Nachdem der Rundfunkbeitrag schon seit 2009 nicht mehr angehoben wurde und er im Jahr 2015 sogar noch abgesenkt wurde, halte ich diesen Vorschlag der KEF für angemessen. Aus Sicht des Saarlandes wird es bei dieser sehr maßvollen Anpassung des Rundfunkbeitrags auch darauf ankommen, die berechtigten Interessen der beiden kleinsten ARD-Anstalten, Radio Bremen und Saarländischer Rundfunk, die keine nennenswerten Eigenmittel haben, entsprechend zu berücksichtigen“, so Henrik Eitel, Chef der Staatskanzlei des Saarlandes, in einem Beitrag von Medienpolitik.net, von Januar 2020. Das Medien-Portal hatte alle Staats- bzw. Senatskanzleien gebeten, zwei Fragen zur Medienpolitik im Jahr 2020 zu beantworten: „1. Wie sollte Ihrer Meinung nach der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks reformiert bzw. modernisiert werden? 2. Wo liegen die medienpolitischen Themen und Schwerpunkte für 2020?“ Und bis auf eine Ausnahme haben alle Kanzleien geantwortet.

Mehr Lesen

ZDF 2019 erneut Marktführer – ARD aber von 20 bis 23 Uhr

Fernsehdirektor DAS ERSTE Volker Herres – Foto ARD.de

Zur besten Sendezeit – zwischen 20 und 23 Uhr – ist Das Erste im Jahr 2019 ausweislich der GfK-Daten bis zum 29. Dezember mit einem Marktanteil von 14,3 % das meistgesehene Programm in der Hauptsendezeit. Gefolgt vom ZDF mit 13,9 %, RTL mit 9,4 %, SAT.1 mit 5,4 % und ProSieben mit nur 4,7 %. Allerdings bezogen auf den gesamten Sendetag von 24 Stunden ist das ZDF, wie seit acht Jahren hintereinander, der Sieger beim Fernsehkonsum mit 13,1 %. Das Erste folgt mit 11,3 %, RTL mit 8,5 % und Sat.1 mit nur 6 %. Kumuliert man die Anteile für die sieben Dritten Programme der ARD, ergibt sich ein Wert von 13,3 %. Auf Nachfrage wollte Direktor Herres aber keine Angaben zu den jeweiligen Altersgruppen machen. Die Marktanteile 2018 nach Altersgruppen aufgeteilt sahen wie folgt aus: ZDF insgesamt 13,9 %, 14 bis 49-jährige 6,8 % und ab 50-jährige 17,7 %. Werte für die ARD: 11,5 %, 7 % und 13,9 %. 

Mehr Lesen

Die Gehälter bei ARD & ZDF sind zu hoch

Das beim beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) sehr gute Gehälter gezahlt werden, ist seit Jahren ein offenes Geheimnis. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) plädiert für eine Kürzung der Gehälter um 60 Millionen Euro bei ARD, ZDF und Deutschlandradio. Und das gilt ganz besonders für die Spitzenpositionen von Intendanten- und Direktoren-Gehälter. Das Vergütungsniveau in den Sendeanstalten ist laut einem von der KEF eingeholten Gutachten (von Kienbaum) überproportional gut (Fachdienst „Medienkorrespondenz“ vom 22.11.2019).

Mehr Lesen

Überblick Jahres-Gehälter: Medien, Politik, Staat und Wirtschaft

Tom Buhrow – Intendant Westdeutscher Rundfunk Köln  © WDR/Herby Sachs

Ein Blick auf Intendanten- u. Direktoren-Gehälter zeigt ein Problem von ARD & ZDF: Die Gehälter sind zu hoch – die Spannweite reicht von 237.000 bis 399.000 Euro. (Direktoren zw. 151.000 und 253.000 Euro.). Damit erreichen die Sender-Chefs höhere Gehälter als die meisten Staats- u. Ministerpräsidenten (national u. Ausland), Führungskräften in der Wirtschaft und den Präsidenten (fast) aller Bundesämter. So verdienen Vizepräsident Kirchhof (Bundesverfassungsgericht) 196.000 und Präsident Rennert (Bundesverwaltungsgericht) 165.000 Euro. im Jahr (FOCUS 37/2017). 

Mehr Lesen
An den Anfang scrollen
×Suche schließen
Suche