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Der ÖRR „Beitragsservice“ und das Kreuz mit den Gebühren

Beitragsservice in Köln – Foto dlf.de

Das Deutschland in puncto Breitband-Digitalisierung kein (Welt-) Meister ist, ist bekannt. Nun traf es ausgerechnet den „Beitragsservice“ in Köln, der den Kontakt zu den 46 Millionen Beitragszahlern „zukunftsorientiert gestalten“ möchte. Die diesjährige Jahrespressekonferenz (PK) für die Erhebung und Verarbeitung des Rundfunkbeitrags zuständigen „Beitragsservice“ fand wegen Corona erstmals in Online-Form statt und stürzte gleich nach der Begrüßung vollends ab. Erst nach einer halben Stunde konnte die PK fortgesetzt werden. Das Team um den neuen Geschäftsführer des „Beitragsservice“, den zum 1. April vom WDR gekommenen Finanzexperten Michael Krüßel, ließ sich aber durch die Panne nicht aus der Ruhe bringen und so wurden einige Daten vorgetragen. Für Krüßel ist der „Service“ die „spannendste Gemeinschaftseinrichtung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR)“! 

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Die ARD hat Geburtstag und funkt SOS

ARD-HAUPTSTADTSTUDIO BERLIN  © ARD/Max Kohr

So hatte sich der ARD-Vorsitzende (und WDR-Intendant) Tom Buhrow den Geburtstag der ARD nun wirklich nicht vorgestellt. Erst fällt die große Feier wegen Corona aus und nun droht wohl auch noch ein großes Sparpaket, da sich bis zu drei Landtage im Herbst gegen eine Gebühren-Erhöhung aussprechen könnten. Und dann sagt ARD-Programmdirektor Volker Herres in einem Interview, wir – die ARD – haben in der Show-Unterhaltung ein Frauenproblem. Aber da ist dann auch ein Tom Buhrow ein wenig machtlos – und weglächeln kann er die Probleme schon gar nicht. Am 9. Juni 1950 haben sechs unabhängige Landesrundfunkanstalten (NWDR Hamburg/Köln, RadioBremen, HR Frankfurt, SWF Baden-Baden, SDR Stuttgart, BR München) den Verbund der ARD gegründet. Die „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands“ wurde 70 Jahre alt und Kritiker mahnen seit Jahren eine Verschlankungs- und Verjüngungskur an. Gab es zu Beginn nur einige Radio-Programme, ist die ARD mittlerweile eine der größten und teuersten Rundfunkanbieter der Welt geworden ist. Neben 77 Hörfunkprogrammen (inkl. 3 vom Deutschlandfunk), werden 11 Fernsehprogramme produziert (DAS ERSTE, 7 Dritte, tagesschau24, one, alpha) und an 5 Programmen (phoenix, 3sat, Arte, Kika, FUNK) ist die ARD beteiligt. Dazu kommt die ARD-Mediathek und rd. 100 (Musik-) Webchannel und immer mehr Onlineangebote sowie auch eine Audiothek, welche Netflix, Spotify und Co. Konkurrenz machen sollen. Die aber ihre Angebote per Abo verkaufen müssen. Zusammen mit dem ZDF (3 FS-Programme) werden rd. 42.000 feste und freie Mitarbeiter/innen beschäftigt und die Ausgaben liegen jährlich bei weit über 10 Mrd. Euro. – davon rd. 8 Mrd. Euro aus den Gebühren. Und die sollen noch erhöht werden. 

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Drei Ost-Bundesländer wollen keine Gebühren-Erhöhung

Logo ARD/ZDF

Der Bundestag will mitreden, wenn es um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags geht. Am 29. Mai hat sich eine Gruppe von 32 Unions-Abgeordneten für eine Erhöhung (darunter Kulturstaatsministerin Monika Grütters/CDU) und andere CDU und CSU Politiker dagegen ausgesprochen. Nun spricht sich die FDP-Bundestagsfraktion gegen einen höheren Rundfunkbeitrag aus. Das geht aus einem Antrag hervor, den die Fraktion nach eigenen Angaben beschlossen hat und in der nächsten Woche in den Bundestag einbringen will. Demnach soll die Bundesregierung aufgefordert werden, sich bei den Ländern dafür einzusetzen, dass die geplante Erhöhung von derzeit 17,50 Euro auf monatlich 18,36 Euro pro Haushalt ausgesetzt wird. Dies solle gelten, bis die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten geprüft wurden (dpa 9.6.2020).

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