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Der HR will sein Kultur-Angebot reduzieren und beim Fernsehen kooperieren

HR-Studio Darmstadt – Foto hr.de

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Sendeauftrag (Information, Kultur, Bildung, Beratung, Unterhaltung und Sport) und dafür bekommt er Rundfunkgebühren. Mit Werbeeinnahmen, Zinserlösen und weiteren Betriebseinnahmen stehen den 13 ör Sendeanstalten (mit Arte und Deutsche Welle/Steuerfinanzierung) jährlich rund 10 Milliarden Euro zur Verfügung – Weltspitze. Für diese fürstliche Summe dürfen die Hörer und Zuschauer in Deutschland auch das beste Programmangebot erwarten. Aber, nur theoretisch – denn seit unzähligen Jahren wird an allen Ecken und Kanten in Programm und Betrieb gespart, denn die Gelder reichen (angeblich) nicht aus. Neben den Mini-Anstalten in Bremen und Saarbrücken, gilt der mittelgroße Hessische Rundfunk (HR) als finanzielles Sorgenkind im ARD-Verbund. Und im Zuge einer möglichen Gebührenerhöhung fordern die Sendeanstalten zusätzlich 0,75 Mrd. Euro pro Jahr.

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Ex-Intendant Pleitgen erwartet „Showdown“ um die Zukunft von ARD & ZDF

Fritz Pleitgen – Foto dlf.de

Die KEF prüft bis Jahresende wie viel Geld die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft wirklich brauchen. Rund drei Milliarden Euro zusätzlich (für vier Jahre) haben ARD, ZDF und Deutschlandradio angemeldet – zu den jährlichen rd. 9,7 Mrd. Euro. Entscheiden muss letztendlich die Landes-Politik, die derzeit ja auch eine (Teil-) Indexierung des Rundfunkbeitrags prüft. Immer wieder gab es in der Vergangenheit auch die Forderung nach einem schlankeren ör Rundfunk. Das reiche über Forderungen nach weitreichenden Einsparungen mit weniger Programmen, der Zusammenlegung von ARD und ZDF und einem bundesweiten Länderfernsehen (statt 7 Dritte) mit zeitweiliger Auseinanderschaltung für die 16 Bundesländer.

Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen (von 1995 – 2007) glaubt, dass sich diese Diskussion in der Zukunft noch verschärfen wird. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ (11.7.2019) sagt Pleitgen, er erwarte einen „Showdown“. Dann ginge es laut Pleitgen um die Frage, ob wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch brauchen würden und wie viel davon nötig sei. „Ein System oder zwei Systeme?“ Wenn es dazu kommt, müssten ARD und ZDF auf diese Fragen vorbereitet sein, warnt der frühere WDR-Intendant.

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Der ARD-Regionalfunk im europäischen Vergleich – Analyse und Reform-Konzept von Hans-Jürgen Kupka

SWR-Studio Freiburg – Foto SWR.de/Jürgen Pollak

Deutschland ist ein Bundesstaat mit 16 Bundesländern und auch die öffentlich-rechtliche Rundfunkversorgung (Hörfunk und Fernsehen) ist föderal organisiert. Die neun Landesrundfunkanstalten (im ARD-Verbund), darunter vier Mehrländeranstalten (NDR, MDR, SWR, RBB), strahlen aktuell 75 Hörfunk-Programme aus (plus drei bundesweite Programme vom Deutschlandradio in Berlin/Köln), aber nur in vier Bundesländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Bayern) werden regionale Magazin-Sendungen (ab 55 Minuten) ausgestrahlt. Weitere vier Länder (Saarland, Berlin, Hamburg und Bremen) gelten aufgrund ihrer geringen Größe zugleich als regionales Sendegebiet. In acht Bundesländern besteht der Regionalfunk dagegen nur aus Nachrichten von einer bis vier Minuten bzw. kompakten Informationen von vier bis zehn Minuten. 

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Jahresbericht Beitragsservice 2018: ARD und ZDF nehmen wieder mehr Geld ein

Beitragsservice in Köln – Foto dlf.de

Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio – mit Sitz in Köln – erzielte 2018 Erträge aus dem Rundfunkbeitrag von 8,009 Mrd. Euro. Nach der rückläufigen Entwicklung der vergangenen drei Jahre sind die Erträge damit erstmals seit 2014 wieder gestiegen. Der Anstieg fiel mit 0,43 % jedoch nur minimal aus. Insgesamt 7,858 Mrd. Euro flossen an ARD, ZDF und Deutschlandradio, 151 Mio. Euro erhielten die 14 Landesmedienanstalten. Der Jahresbeitrag liegt derzeit bei 210 Euro pro Wohnung – für öffentliche Dienstgebäude liegt er bei 70 Euro und für Privat-Unternehmen ist er nach Mitarbeiteranzahl gestaffelt. Ein Klein-Unternehmer mit 12 Personen und sechs Firmenwagen, und eigener Wohnung, zahlt pro Jahr insgesamt 840 Euro. 

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