skip to Main Content

Krawalle in Chemnitz: Was ist bloß los im Osten?

Liegt die Verantwortung für die Ausschreitungen in Chemnitz „nur“ bei einigen gewaltbereiten Rechtsradikalen? Inwiefern ist es (auch) das Ergebnis von 40 Jahren DDR? Dazu ein Gastkommentar von Rüdiger Jope, gebürtiger Sachse und Chefredakteur des Männermagazins MOVO.
Die Bilder aus Chemnitz sorgten bei mir für einen Flashback. Rückblende: In der sächsischen Kleinstadt, in der ich bis vor einigen Jahren als Pastor tätig war, gab es 2010 das Ansinnen, einen offenen Jugendstrafvollzug einzurichten. Gebäude waren vorhanden, erste Gespräche mit der Stadt liefen. Dann griff die Presse das Thema auf. Am nächsten Morgen entdeckte ich bei meinem Bäcker neben Brötchen und BILD-Zeitung Unterschriftslisten. Die „Wutbürgerwelle“ rollte. Es brodelte im Ort.

Mehr Lesen

Die Hälfte der Gebühren nur für Informationen

Foto srgssr.ch

Schweizer Bundesrat erteilt der SRG eine neue Konzession

Der Bundesrat (Regierung) in Bern hat der SRG (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) trotz Kritik in der Anhörung eine neue Konzession erteilt. Diese tritt am 1. Januar 2019 in Kraft und gilt für vier Jahre. Die SRG soll sich stärker von privaten Anbietern unterscheiden. Der Bundesrat will das Leistungsprofil der SRG schärfen und deren öffentlichen Service-Charakter deutlicher profilieren. Mittelfristig soll das heutige Radio- und Fernsehgesetz durch das Bundesgesetz über elektronische Medien ersetzt werden.
Mit der neuen Konzession soll sich die SRG aber stärker von den privaten Sendeanstalten unterscheiden. Sie muss für alle redaktionellen Bereiche inhaltliche und formale Qualitätsstandards vorgeben und Prozesse für deren Überprüfung sicherstellen. Mindestens die Hälfte der Gebühreneinnahmen muss die SRG für Information einsetzen. 

Mehr Lesen

Von Gehältern, Mager-Renten und fürstlichen Betriebsrenten

Große Unterschiede zwischen Rentnern und ARD/ZDF-Pensionären

Der deutsche Staat hat dank der guten Wirtschaftslage derzeit so viel Geld in der Kasse wie nie zuvor. In der ersten Jahreshälfte nahmen Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen unter dem Strich 48,1 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben. Dennoch fürchtet die Mehrheit der Deutschen um ihre gesetzliche Rente. Laut einer Emnid-Umfrage glauben 60 Prozent der Bürger nicht, dass ihre gesetzliche Rente ausreichen wird. Nur 29 Prozent erwarten, dass sie mit dem Geld aus der Rentenversicherung auskommen werden. Besonders besorgt sind Menschen zwischen 30 und 49 Jahren: 91 Prozent von ihnen fürchten eine zu geringe staatliche Rente.

Mehr Lesen

Der Journalismus und die Unabhängigkeit

Dunja Hayali – Foto ZDF

Die Nebentätigkeiten von ZDF-Frontfrau Dunja Hayali

Die prominente ZDF-Journalistin Dunja Hayali, seit vielen Jahren das Gesicht des Morgenmagazins und mit einer eigenen Talkshow (in der gesellschaftliche Themen kritisch beleuchtet werden), moderierte im Juni in Berlin den alljährlichen Kongress der „Deutsche Automatenwirtschaft“. Die Glücksspiel-Branche, darunter die Gauselmann-Gruppe, hat eingeladen zum sogenannten „Gaming Summit“. Mehr als 30 Referenten diskutieren in verschiedenen Panels aktuelle Fragen rund um das Glücksspiel. Das ausgerechnet Frau Hayali durch den Kongress führt, verwundert viele aus Medien und Politik. Denn es handelt sich immerhin um eine Branche, die nach wie vor in der Kritik steht, weil sie ihr Geld auch mit der Spielsucht verdient. Sie habe sich intensiv mit der Branche beschäftigt, sagt Dunja Hayali im ZAPP-Gespräch (NDR-Sendung vom 15.8.2018), es handele sich um einen „legalen Wirtschaftszweig“ und: „Solange ich da das tue, was ich sonst auch immer tue auf der Bühne bei jedem Fachkongress, nämlich kritischen Journalismus, unabhängig, fair und respektvoll, solange sehe ich kein Problem.“

Mehr Lesen

ARD-aktuell und der Tötungsfall in Offenburg

Kai Gniffke – Foto NDR

Warum die „20-Uhr-Tagesschau“ nicht über den Mordfall berichtet hat

Die tödliche Messerattacke durch einen Asylbewerber aus Somalia auf den Mediziner Joachim T. in Offenburg, am 17. August 2018, hat viele Menschen erschüttert. Ein 26-Jähriger aus Somalia soll den Mediziner in Offenburg getötet und eine Mitarbeiterin verletzt haben – vor den Augen der zehnjährigen Tochter des Arztes. Das Motiv ist noch unklar. Der Fall hatte bundesweit ein großes Presseecho ausgelöst und wurde insbesondere in den sozialen Medien intensiv diskutiert. Warum aber berichtete die „20-Uhr-Tagesschau“ nicht über den Fall? Die Programme von „WELT“, „ntv“ und „euronews“ haben am gleichen Tag berichtet. Kai Gniffke, Chefredakteur von „ARD aktuell“, bezog dazu im Blog ARD-aktuell am 18.8.2018 Stellung.

Mehr Lesen

Die heiligen Kühe der großen ARD

… oder, warum darf die 20-Uhr-Tagesschau nicht bis 20.20 Uhr senden ?

Die Tagesschau von ARD-aktuell aus Hamburg funktioniert wie eine Schweizer Uhr – 15 Minuten lang. Auf die Sekunde um 20 Uhr (eine heilige ARD-Kuh) startet die Tagesschau, und das seit dem 26. Dezember 1952. Versuchssendungen gab es ab dem 4. Januar 1952 und nur einmal wurde nicht aus Hamburg gesendet – viel die Sendung aus. Bedingt durch einen Warnstreik der Medien-Gewerkschaft RFFU am 25.7.1988, gab es eine Ersatzsendung vom Bayerischen Rundfunk aus München. Zur Begründung hieß es in dieser Sendung, die Tagesschau werde „heute wegen höherer Gewalt aus München“ gesendet. Ebenso wird die Tagesschau nicht im 1.Programm ausgestrahlt, wenn König Fußball regiert – dann müssen sich die Zuschauer in der Halbzeitpause mit knappen acht Minuten Nachrichten begnügen.

Mehr Lesen

Der öffentliche Rundfunk braucht mehr Programm-Qualität

Ulrich Wilhelm – Foto BR

ARD-Vorsitzender Wilhelm: Die ARD muss sich der Kritik stellen und verändern

In einem Gastbeitrag für den Berliner Tagesspiegel (5.8.2018) hat der ARD-Vorsitzende und Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, Veränderungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) angemahnt. Doch, welche – grundsätzlichen – Änderungen sind geplant und wie lange müssen die Bürger auf sie warten? In vielen Ländern Europas wird seit Jahren kontrovers über den ÖRR diskutiert – sachlich fundiert, aber auch polemisch. „Als ARD geht es uns um den Erhalt gesellschaftlicher Relevanz, nicht um Besitzstandswahrung oder wie in den 1990er Jahren um ein Ausweiten des Programmangebots. Und wir werden im digitalen Wandel besonders innovativ sein und unsere Strukturen und Angebote immer wieder anpassen müssen“, so Wilhelm wörtlich.

Mehr Lesen

Als Jungbrunnen geplant – als Seniorenheim aktiv

Foto HMTG: Hannover Kröpcke-Uhr

Öffentlich-rechtliche Programme ARD-One und ZDFneo senden am Auftrag vorbei

Das Durchschnittsalter von ARD (DAS ERSTE) und ZDF pendelt verlässlich zwischen 63 und 66 Jahren. Die Marktanteile lagen 2017 in der Altersgrupppe 14 bis 49 Jahren bei 6,6 bzw. 6,1 Prozent (bei den unter 30-Jährigen noch darunter) – und das ist fast die halbe Bevölkerung in Deutschland. Bei den Zuschauern ab 50 Jahren erzielte die ARD gute 14,1 und das ZDF stolze 17,1 Prozent. Angesichts der schlechten Marktanteile bei den Zuschauern bis 49 Jahren, haben die Sender-Verantwortlichen reagiert. Das ZDF hat am 1. November 2009 den ZDFdokukanal durch ZDFneo ersetzt und der war gedacht als eine „öffentlich-rechtliche Programmalternative für 25- bis 49-Jährigen“. Die ARD-Chefs brauchten mehr Bedenkzeit. Erst am 4. September 2016 ging „One“ (EINS FÜR EUCH) als „Zusatzangebot der ARD“ auf Sendung und löste EinsFestival ab.

Mehr Lesen

Show-Sensation im ARD-Fernsehen: ICH WEISS ALLES!

Gottschalk, Jauch und Pilawa machen gemeinsam eine ARD-Quizshow am Samstagabend

„Ein spektakulärer Wissenswettkampf, den es so im deutschen Fernsehen noch nicht gab! Das härteste Quiz Europas mit den schwersten Fragen! Jeder Kandidat spielt allein, ohne Joker, ohne Hilfsmittel. Nur mit dem eigenen Kopf! Ein faszinierendes Fernseh-Experiment am Samstagabend.“ So bombastisch klingt die Pressemitteilung der ARD-Programmdirektion aus München. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm hatte in einem Beitrag für den Tagesspiegel (5.8.2018) Veränderungen im Programm angemahnt. Aber damit kann er kaum jene „Innovation“ gemeint haben, die die Programmdirektion für den 3. September angekündigt hat. Dann verbünden sich Thomas Gottschalk (68),Günther Jauch (62) und Jörg Pilawa (52), zur großen Drei-Stunden-Show „Ich weiß alles!“

Mehr Lesen

100 Tage SPD-Vorsitzende Andrea Nahles – Praxisschock auf Bayern-Tour

Droht ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition ?  

Gewählt mit nur 66,4% an die Parteispitze, droht Nahles und der SPD bei der Bayernwahl am 14.10.2018 mit 13% ein Desaster. In Fürth (bei Nürnberg) holte die Partei über 50% und Oberbürgermeister Jung wurde mit stolzen 73% gewählt. Nahles: „Wie habt ihr das geschafft?“ Überschaubarkeit, soziale Kontrolle, keine Anonymität, „außerdem schafft der Mindestlohn sozialen Frieden“, so Jung. Doch OB Jung hat noch andere Botschaften: Aus Bulgarien und Rumänien kämen Familien, teils Roma, mit acht, neun Kindern, „das sind oft Analphabeten, und sie verursachen Riesenärger“. Mit Jobscheinanmeldungen erhielten sie Zugriff auf Sozialleistungen. Das hiesige Kindergeld lockt kräftig an. „Wir müssen eine gemeinsame Linie abstimmen“, sagt Nahles, „etwas machen, was funktioniert.“ Ein Kraftakt, denn die Sache mit dem Kindergeld ist ein Beispiel für den Widerspruch in Nahles’ Partei: SPD-Kommunalpolitiker wollen praxisnahe Lösungen für den Alltag.

Mehr Lesen
Back To Top
×Close search
Suche